Traumlos... Ziellos

Viel zu langer Gedankengang

Eigentlich ist sterben an sich leicht. Man spritzt sich Luft, Farbe oder irgendwelchen anderen Nonsinns. Dagegen ist Leben doch eine echte Herausforderung. Mit all den Gefühlen. Vorallen mit denen von anderen Leuten. Eigentlich versucht man es immer anderen Recht zu machen. So ist es zumindest bei mir. Ich frage mich manchmal, was ich machen würde, wenn ich wirklich das tun würde, worauf ich Lust habe... ich glaube dann wäre ich heute gar nicht mehr da, weil ich so oft Lust hatte mich umzubringen, dass es wohl doch ganz gut ist, dass man immer mal daran denkt, dass man vermisst wird.

Trotzdem ist Leben schwierig, aber wer hat schon gesagt, dass es einfach ist?

Ok ich gebe es zu. Ich hasse Leute, die den gesamten Tag mit einem Lächeln rumrennen und bei jeder Scheiße anfangen zu heulen. Da werde ich rasend. Genauso wie bei Lügen. Aber nun ja.

Was soll man schon tun? Ich bin mir zu Schade um die Leute eines besseren zu belehren, vorallen Dingen habe ich dazu ebenfalls zu viele Fehler.

Aber wer hat die nicht?

Erreicht man Perfektion vielleicht durch eine Sammlung von Fehlern? Oder ist Perfektion zu relativ?

Ich weiß wo ich gerade gern sein würde, damit alles perfekt ist. Im Juli letzten Jahres. Am Anfang... nochmal das 10. Klasse Zeugnis bekommen. Nochmal mit ihm da sein. Aber diese Zeiten sind vorrüber, nicht wahr?

Mir fehlt jemand der mich in den Arm nimmt und bei dem es sich gut anfühlt.

Wenn ich abends allein im Bett liege und nochmal die letzten Gedanken des Tages habe, kommt mir oft in den Sinn, ob vielleicht mein Liebesglück bereits vorbei ist. Zu sehr ausgereizt... Ich meine es gab zwei Männer in meinem Leben die perfekt waren, die sich richtig gut angefühlt haben und die ich jederzeit zurücknehmen würde.

Man fühlt sich nur allein, wenn man mit einem Grab redet.

Man fühlt sich nur allein, wenn der Andere nicht da sein kann, um einen in den Arm zu nehmen.

 Gestern habe ich mir eine CD angehört bzw. reingehört. Mein Ex hatte sie bei mir vergessen zusammen mit ein paar anderen. Auch egal. Es ist eine CD mit Liedern gewesen, die er für sich zusammengestellt hatte. Als ich mir einige Titel anhörte, wurde mir ganz anders. Der Gedanke, dass er mal diese CD zusammengestellt hat, diese Titel gehört hat und sich zu überlegen, was er dabei gedacht hat, machte mich unendlich traurig. Gibt es eigentlich so etwas wie Gerechtigkeit? Wenn ja, warum muss ich dann immer weinen? Ich vermisse die beiden sehr und doch bin ich mir darüber im Klarem, dass es nie wieder gehen wird. Und da! Wieder diese bohrende Frage. Gibt es denn dann eigentlich noch einen Richtigen für mich? Oder muss ich mich mit einer zweiten Wahl zufrieden geben? Gibt es wieder jemanden der mich glücklich machen kann, der mein zerstörtes Herz wieder richten kann? Manchmal glaube ich, dass mein Leben dazu zu chaotisch ist.

Ich meine, noch heute telefoniere ich gerne mit meinem Ex, was daher kommt, dass er immer noch der Einzige ist, der mich so durchschaut. Der weiß, was ich nicht sage.

Dazu bin ich so gut wie immer verplant und es kommt so oft was dazwischen. Seit fast einem Jahr versuche ich mich zu entspannen und auszuruhen, weil ich mich fühle, wie ein Stück Dreck und immer kommt etwas dazwischen. Deswegen ist mein primäres Ziel immer noch: Ausruhen.

Aber tu das mal, bei den Hausaufgaben und den Sorgen, die man hat. Ich muss dazu sagen, dass es doch derzeit ziemlich ruhig ist und eigentlich nur das Übliche ansteht, wie meine Mutter.

Meine Mutter ist schwierig geworden mit den Jahren. Sie ist einfach nicht mehr die Jüngste. Das merke ich sehr deutlich. Sie befasst sich mit meinen Problemen nur oberflächlich und will es eigentlich auch gar nicht. Deswegen will ich eigentlich auch nie mit ihr über diese reden, weil meine Probleme sie nur stören könnten. Dummer Gedankengang oder?

Aber ich meine es ist normal, dass man diesen hat, wenn sie nicht versteht, dass man Sehnsucht nach jemanden hat und alles dafür tun würde, um diesen wiederzusehen.

Ich habe nie verstanden, was sie daran nicht versteht.

Zudem bin ich mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass jeder Kerl, den meine Mutter und meien Schwester toll finden, einen viel zu großen Fehler haben muss. Wie meinte Andrea doch gleich? "Ich nehme doch keine Beziehungsratschläge von einer Frau an, die nie eine ernste Beziehung hatte oder einer Frau, die sich hat vier Mal scheiden lassen." Dieser Gedanke beruhigt mich, weil er stimmt. Warum sollte ich auf die beiden hören, wenn mein Herz doch ein viel besserer Ratgeber ist.

Ich bekomme immer Bauchweh, wenn ich unglücklich bin oder etwas falsches tu. Komisch oder? Mein Bauch ist so etwas wie mein schlechtes Gewissen, nur dass ich ein schlechtes Gewissen eigentlich nicht füttern müsste.

Essen an sich ist bei mir auch noch ein schwieriges Thema. Ich wünschte mir manchmal, dass man am Tag eien Tablette mit etwas Wasser schluckt und den Rest Tages nichts mehr essen muss. Ich finde es lästig. Und immer wenn man mal was leckeres isst, dann bekommt man ein schlechtes Gewissen und man hat Angst fett zu werden.

Kurze Kombinationspause. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas esse. Fazit: Ich bekomme Bauchweh. Fazit: Ich esse weniger, was zur Folge hat, dass ich Bauchweh wegen Hunger habe. Ist das mal ein Teufelskreis?

Nachdem "er" damals gestorben ist, hatte ich zu viel abgenommen, weil ich eine Woche lang im Bett lag und nur geheult habe, wenn ich nicht geschlafen habe. Heute hasse ich meine Mutter dafür, dass sie mich nicht getröstet hat. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Eigentlich kann ich mich nur noch an Bilder aus dieser Woche erinnern. Es war, als hätte ich auch nicht mehr gelebt. Für mich war alles vorbei und ich wollte nie wieder aufstehen. Dementsprechend wenig habe ich gegessen. Als ich mich einigermaßen wieder gefangen hatte und mir dachte, dass es weiter gehen musste und in einem zarten Alter von 15 Jahren doch noch nicht Schluß sein kann mit der Welt, ging ich wieder zur Schule. Es war schwer all diese lächelnden Gesichter zu sehen. Ich habe mich so elend gefühlt. So allein. So unwirklich unter all diesen fröhlichen Menschen.

Und was ist es, was ich höre? Richtig!

"Sag mal, Eva, hast du abgenommen?"

Ich schaute dumm und fragte mich, was sie meinte.

"Sieht gut aus."

Und lächelte, drehte sich weg und setzte sich.

Ich stand an meinem Platz und fragte mich, was sie meinte. Ich schaute auf meinen Bauch und beschloss, dass er eigentlich so dick war wie eh und je. Verzweifelt versuchte ich mich an die Woche zu erinnern, doch es kamen nur Bilder von Schokolade, Wasser und Liebesfilmen hoch. Nein, ich konnte nicht abgenommen haben.

Nachmittags war ich allein, also bin ich der Sache mal auf den Grund gegangen. Eigentlich bin ich ziemlich pummelig mit großen Brüsten, Habe immer zu große Klamotten angehabt, damit man das nicht so sehr sieht und nie wirklich versucht dünner zu werden, weil ich mir immer dachte, dass eien Diät mir zu sehr schaden würde und Sport mag ich kaum, außer Inliner, Fußball und Schwimmen. Nachdem ich ein halbes Jahr lang Fußball gespielt hatte, war ich von 70kilo auf 65 runter. Was ich bereits eine ganze Menge fand. Ich hatte dann aufgehört, weil mir meien schuliche Laufbahn wichtiger war und ich so ein Streber bin, der zu gerne Extra- Aufgaben annimmt. Wohl eher nicht aus dem Grund, weil ich bessere Noten haben will, sondern weil ich es mag an einem Schreibtisch zu sitzen und etwas sinnvolles zu tun. Arbeiten macht mir Spaß. Doch ich schweife ab.

Nachmittags, zu Hause. Ich zog mich aus und stellte mich vor einen großen Spiegel. Voller Schrecken stellte ich fest, dass ich das erste Mal in meinem Leben meien Hüftknochen sehen konnte. In dem Moment wurde mir dann klar, warum den ganzen Tag meine Hose gerutscht war. Man sah deutlich meine Rippen. Ich war dünner geworden. Mit offenem Mund blieb ich vor dem Spiegel stehen. Zum einen, weil ich es nicht fassen konnte und mich fragte, was passiert ist und zum Anderen, dass ich es nicht bereits am Morgen bemerkt hatte. Ich erklärte es mir, dass ich am Morgen einfach zu müde und niedergeschlagen war um überhaupt etwas zu bemerken.

Doch dachte ich mir, dass das nicht sein kann. Stellte mich auf die Waage und bekam fast einen Schock, als ich die Zahl las.

45kilo.

Das war nicht normal. 20kilo in vielleicht 1 1/2 Wochen. Das war unmöglich. Ich sah wieder in den Spiegel und drückte immer wieder auf meien Hüftknochen. Das konnte nicht wahr sein. In dem Moment nahm ich mir vor wieder zuzunehmen, weil es unnormal aussah, vorallen, da ich so große Brüste habe. Und meine Haare wachsen lassen. "Er" hatte es sich immer gewünscht, dass ich das tu und mit meiner neuen Figur, würde es vielleicht sogar gut aussehen. Ich zog mir wieder was an und setzte mich an den PC um herauszufinden, wie viel ich zum Normalgewicht brauche. 60kilo bei ca. 1,64m. Ich dachte mir, dass das zu schaffen war und nahm einfach langsam meine alten Essgewohnheiten an. Ich brauchte 3 Monate, ehe auf der Waage 58kilo stand. Damit war ich dann zufrieden und seitdem ist mir mein Gewicht recht egal geworden, nur dass ich vorsichtiger bin mit meinen Depressionen und trotz ihnen versuche zu essen.

Aber nun gut. Genug aus dem Nähkästchen geplaudert.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass ich kurz darauf angefangen habe World of Warcraft zu spielen? Und ich mach es heute immer noch. Bereits ein Jahr lang. Ich bin stolz auf mich etwas so lange zu machen. Auch wenn es nichts besonderes ist. Aber ich habe dort den besten Freund gefunden, den man sich wünschen kann. Meinen Yoshimoto. Mit ihm zusammen bin ich gern glücklich und gern unglücklich. Zudem noch eien handvoll anderer Leute, aber ich denke, dass ihr bis hierhin eh bereits zu viel gelesen habt und ihr euch nur freut, wenn dieser Artikel endlich endet. Nun gut. Also... bis zum nächsten Mal.

2.3.08 12:36

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Bloger1984 / Website (2.3.08 13:37)
Du scheinst es echt schwer gehabt zu haben. Mein Vorschlag für dich ist, dass du dich mal mit deiner Mutter zusammensetzt und sie bittest dir wirklich mal zuzuhören. Oder wenn dir das mit deiner Mutter unangenehm ist, dann vielleicht mit deiner Schwester. Dass du denen erzählst, was dich bedrückt. Sie sollen dir keine Tipps geben. Es ist besser sich auf das eigene Gefühl zu verlassen. Aber du solltest in einem der beiden jemanden haben, der dir Trost spendet.
Gib nicht auf.
Es lohnt sich immer weiterzumachen. Das sage ich dir aus meiner Erfahrung. ... Es soll jetzt nicht "der Ausweg" aus der Krise sein. Aber dann wäre der erste Schritt getan. Ob es der richtige ist/war, wird dir dein Gefühl sagen.

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