Traumlos... Ziellos

Freunde


Gratis bloggen bei
myblog.de



Ein Brief an Simon

Ich beginne meine Geschichten schon nicht normal. Habe mein Leben nicht normal begonnen. Was ist schon normal?

Nun beginnt hier der Brief an dich, Simon. Ein Brief, mit dessem Ende ich hoffe klarer zu sehen. Mit dem ich hoffe mir all die Gefühle, die ich habe endlich von der Seele zu schreiben. Ein Brief, mit dessem Ende ich hoffe, dass du mich besser verstehst.

Du warst schon so früh in meinem Kopf.
Mit einem bitteren Geschmack auf der Zunge gestehe ich mir selber ein, dass ich mir oft vorstellte abends in deinen Armen zu liegen. Nachts, wenn ich nicht schlafen konnte. Es war besser, als sich in den Schlaf zu weinen.

Du warst wie ein erfrischender Regenschauer für mich.
All die Aufmerksamkeit, die du mir schenktest. All die Zärtlichkeit und Leidenschaft, die du mir entgegenbrachtest. Du hast mir nicht nur gezeigt, dass ich mich danach verzehre, sondern dass ich es auch verdient habe.

Noch bevor ich es geschafft hatte, mich von Sascha zu trennen, bedauerte ich es so tief, dass wir beide uns nicht früher getroffen haben.
Niemals hätte ich es geschafft dich so auszunutzen. Ich wäre bereit gewesen zu dir zu ziehen. Wir hätten es sicherlich alles geschafft. Nicht viel gehabt, doch einander. Dein atemberaubender Geruch wäre mit meinem verschmolzen, wäre unser Geruch geworden. Wenn du hättest lernen müssen für deine Prüfungen, hätte ich dir was zu essen gemacht, hätte mich um dich gekümmert. Zusammen hätten wir vielleicht sogar ein Haustier gehabt. Einen Vogel, eine Schildkröte... irgendetwas, an dem ich nicht sterben würde.
Wir würden uns darüber streiten, wer den Käfig sauber macht. Würden uns über das Putzen und Aufräumen streiten. Doch du müsstest nur sanft über meine schwächste Stelle streichen und ich wäre wieder ganz dein zahmes Kätzchen.

Doch das ist ein Traum. Um es mit deinen Worten zu sagen:
"Es ist ein Traum, in den ich mich gerne hineinfallen lasse. Doch sehe ich nicht, dass es erstrebenswerter ist, als das, was ich habe."

Das Merkwürdigste an Frauen ist wohl, dass sie sich alles so genau merken können. Jeden deiner Sätze saugte ich auf, puzzelte ich auseinander, wieder zusammen und schrieb ihn 100 Mal innerlich auf.
Ich fürchte so viele Gedanken hätte ich mir über all das nie machen dürfen.

Ein Traum wäre es, mit dir zusammen zu sein. Mit dir zusammen zu leben. Jeden Tag aufs Neue neben dir aufzuwachen.

Zwar bin ich der Überzeugung, dass man Träume haben sollte, doch sie müssen nicht wahr sein, damit sie uns Hoffnung geben.

Schönere Gefühle, die ich habe, nanntest du es. In diesen unendlichen Momenten, in denen du mir in die Augen schautest, dachte ich, dass du viel Schönere hast, als ich.
Nie hat mich jemand so angeschaut und dabei meine Gedanken gelesen. Ich dachte immer ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Doch du konntest in mir lesen, wie einem Taschenbuch.
Ich habe dein Herz schlagen hören. Warum nur glaubte ich, dass es sich ebenso anhört, wie meines?
Wie konnte ich, NEIN! Wie kann ich so viel fühlen und du nicht?

Mein Traum, ist ein Traum.
Doch diese fünf Tage, die wir miteinander verlebt haben, waren es nicht. Sie waren real. Du bist real.
Verdammt Simon! Tu es mir nicht an. Geh nicht du auch noch.
Alle, die so weit gekommen sind bei mir. Alle, die so viel über mich wussten, sind gegangen. Freiwillig oder unfreiwillig.
Als ich bei dir war, vergass ich Adam, vergass ich meine Trauer. Einmal funktionierte das weglaufen, weil du mit mir gegen die Tür drücktest, hinter der meine Probleme rasten vor Wut.

Als du mich in den Arm nahmst, fühlte ich mich das erste Mal nicht schwer vor Problemen, sondern fühlte mich zerbrechlich. Fühlte mich, als wärst du der Stärkere von uns beiden.
Da! Diese Hoffnung schon wieder, die mir einredet, dass du es bist, weil du dir all diese Gefühle verbietest, die ich nicht unterdrücken kann.
Die Vernunft hält dagegen. Warum solltest du auch gelogen haben? Du hälst ein Leben mit mir nicht als erstrebenswert.

Wie kann ich so für dich empfinden und du rein gar nichts?
Wie kann das überhaupt funktionieren?`
Vorallem, da du es doch warst, der mich in den Arm nahm! In Ordnung, ich habe mich an dich gelehnt. Aber als du dich bewegt hast, rutschte ich auch wieder von dir weg, doch du zogst mich an dich ran.
Du hast mich geküsst.
Noch immer schwirrt mir deine Stimme in meinem Kopf herum, in der Nacht, als du mich das erste Mal berührt hast. Deine Berührungen brannten sich in meine Haut.

VERDAMMT! Ich empfinde solch starke Leidenschaft für dich! Ich würde dir bis an das Ende der Welt folgen! Würde alles für dich tun, wenn es dich glücklich macht.
Würde mich aufgeben, damit du glücklich bist.
Doch gleichzeitig schreit alles in mir, dass ich das doch nicht tun kann! Dass ich doch meine eigene Frau sein muss. Stark, unabhängig. Jedoch kenne ich mich. Eigentlich will ich nicht immer stark sein müssen. Will nicht immer unabhängig sein. Wie in den Momenten, in denen ich in deinen Armen lag, möchte ich beschützt werden. Vor der Welt, vor den Schmerzen, vor der Trauer.
Dein Lächeln ließ mich wieder hoffen, dass es da draußen Hoffnung und Glück gibt. Vielleicht sogar für mich.
Dich in meinem Leben zu haben, brachte mich wirklich davon ab weiter an Selbstmord zu denken.
Und gleichzeitig bringt es mich jedes Mal näher an den Abgrund, wenn ich meine innere Schallplatte anstelle, um mir immer wieder anzuhören, was du sagtest. Dass du mich nicht lieben würdest, niemals. Dass ein Leben mit mir nicht erstrebenswert ist. Dass du tief in dich hineingehört hast, doch da nichts war. Du hast dieses Verlangen, diese Gefühle nicht für mich.

Deswegen erhälst du diesen Brief niemals. Weil ich dich mit all diesen Gefühlen an die Wand drücken würde. Und ich kann es nun verstehen. Mit etwas Abstand sehe ich besser.
Ich fürchte, dass du gehofft hast solche Gefühle für mich entwickeln zu können.
Aber es nicht konntest, weil ich dich zu sehr bedrängte.
Das ist auch der Grund warum ich mich momentan nicht melde. Auch wenn ich jedes Mal den Chat offen habe, wenn ich sehe, dass du online bist. Würde gerne so viel schreiben. Würde dir so gerne von meinem Tag erzählen. Würde dir gerne meinen kleinen Umbau zeigen. Würde dich gerne wieder lachen hören.
Doch was bringen mir all diese Gefühle, wenn du sie nicht empfindest? Genau, nichts! Sie machen mich nur traurig.

Und wobei sich ein eisiger Griff um mein Herz legte, war der Moment, als mir klar wurde, dass du Recht behalten wirst. Ich werde immer ein Teil von dir, ein Teil deiner Geschichte sein. So wie du es auch für mich bist. Doch werde ich zu der dummen kleinen Schlampe werden, mit der du zum ersten Mal gevögelt hast, ohne etwas für sie zu empfinden.
Du dagegen wirst ein Traum bleiben für mich. Eine meiner Seifenblasen, die so schillernd und groß war. Die Enttäuschung, dass sie zerplatzte ist umso größer.

Nun habe ich dich ebenso mit Schlamm beschmiert, mit Dreck beschmiert, wie ich es bin. Du warst vor mir reiner, unverdorbener.

Das ist mein Innerstes. Mein Herz, das ich dir anbiete, dir offen präsentiere. Dir am Liebsten schenken würde.

Und ich weiß mit 99%iger Sicherheit, dass du es ablehnen würdest. Der 1% ist die kleine romantische Fistelstimme in mir, die sich noch immer wünscht, dass du plötzlich vor mir stehst, mich in den Arm nimmst, mich küsst und sagst, dass du bei mir bleiben willst.
Eben ein Traum.
Wir haben zusammen geträumt, Simon. Und du bist vor mir aufgewacht. Dann musste ich es eben auf die harte Tour lernen.

Hinzu kommt, dass ich meine alten Einträge in diesem Blog gelesen habe, über die Zeit, in der ich mit Sascha zusammen kam. Die gleiche Hoffnung, große Gefühle. Ich will dir nicht verschweigen, dass ich ihn vermutlich noch immer lieben würde, wenn... Wenn eben. Doch es ist nicht so, dass dieses "Wenn" das Wahrscheinliche ist, sondern die Realität. Er hat mich ausgenutzt. Mich auf die Grundfesten abgebrannt. Ich war seine Stufe, damit er sich weiterentwickeln kann.

Ich war so unglücklich zuletzt, dass mir das Atmen schwer fiel. Ich hatte solche Panik, dass ich sterben würde. Hatte solche Panik nicht mehr perfekt zu sein! Nicht mehr zu funktionieren. Alles war mir einfach zu viel. Und dann kamst du.
Ehrlich gesagt habe ich jeden Abend versucht bei FF online zu sein, in der Hoffnung, dass du oder alternativ Vivi online seid. Mein Ausbruch aus dem Alltag, mein Fliehen vor den Sorgen. Einfach nur wieder lachen.
Solch einfache Dinge, die mir so viel mehr gaben.
Du warst einfach meine Marzipantorte geworden. Ein Traum.
Ein Traum, den ich versuchte in die Realität zu ziehen. Doch dieser hielt der Traum nicht stand. Die Seifenblase platzte.

Ich weiß, dass du mich nicht vermisst. Und wenn du es tust, dann sicherlich nicht so, wie ich dich.

Worauf ich hinaus wollte:
Die Realität, die Vernunft in mir weiß, dass die Chance groß ist, dass ich all das nur für dich empfinde, weil ich es empfinden will. Weil ich mich danach sehne so geliebt zu werden. Weil ich mich nach einem Mann sehne, der mir auf die Stirn küsst.
Wie real sind also die Gefühle für dich?
Und meine ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht.
Das kann nur die Zeit zeigen.
Und bis zu diesem Zeitpunkt werde ich warten. Werde sehen, ob in einigen Monaten noch immer meine Gefühle so sind für dich, wie sie jetzt sind.
Auch wenn das nichts an deinen Gefühlen ändert. Wenn ich weiß, dass meine Gefühle echt sind für dich, dann werde ich all meinen Mut zusammen nehmen, um es dir eines Tages zu sagen.
Wenn sie es nicht sind, dann haben wir genau den richtigen Weg genommen.

So oder so. Unser momentaner Abstand ist das Richtige, glaube ich. Auch wenn ich liebend gerne die ganze Zeit mit dir schreiben und reden würde. Da scheint es in mir genug zu geben, damit ich es sein lasse. Und ich bin auch ohne dich glücklich.

Mein Schemel steht auch auf drei Beinen gut und sicher.

Trotzdem werde ich nicht aufhören zu träumen. Denn meine Träume, Simon, kannst auch du mir nicht nehmen.
Ich bete dafür dir eines Tages nochmal in deine wunderschönen Augen zu sehen. Noch einmal von dir in den Arm genommen zu werden.

Bis dahin, werde ich versuchen mein Herz wieder zu vereisen.
So wie es war, bevor du kamst.

In ewiger Loyalität,
Eva

31.5.15 19:42

Letzte Einträge: Überschäumende Gefühle, Eine Liebeserklärung

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung