Traumlos... Ziellos

Freunde


Gratis bloggen bei
myblog.de



Tiefe Ironie

Schreiben war doch schon immer mein Ventil. Erinnere mich zu gut wie ich stundenlang früher in meinem Zimmer saß, um zu schreiben. Die Buchstaben auf dem Papier, die Tinte, die sich in das Papier brennt, wie die Gefühle in meine Seele. All die Jahre hatte ich Angst davor mich von Sascha zu trennen. Dachte ich würde tief fallen, weil er nicht mehr da wäre. Doch jetzt habe ich mich von ihm getrennt. Empfinde seine Nähe als ekelerregend. Der Gedanke, dass er mich berührt hat, lässt mich würgen. Mir wird klar, dass er mich nie berührt hat, das tiefste meiner Seele. Versuche mich dahin zurückzuziehen. So wenige erreichen mich in dieser Tiefe. Und dann kommt er in mein Leben. Wieder ein Mann, der mein Leben erschüttert mit dieser unschuldigen, friedlichen Art. Sein Geruch hat mich fast umgebracht. Jede seiner Berührungen war für mich, wie Balsam. Als ich bei ihm war, war ich wirklich glücklich. Ich habe sogar Adam vergessen... musste nicht zwangsweise an ihn denken. Welch tiefe Ironie das Schicksal für mich bereit hielt, hätte ich niemals erwartet. Die Trennung von Sascha ist schmerzhaft, für ihn. Für mich passierte es bereits in den letzten Monaten. Ich berichte gerne davon, weil es mir nochmal klar macht, dass ich das Richtige getan habe. Davon bin ich tief überzeugt. Der Gedanke daran, dass ich es geschafft habe, lässt mich freier atmen. Er hat mich immer stärker an diesen Mann von damals erinnert. Der einzige Mann der mich fast gebrochen hätte, wenn Adam nicht da gewesen wäre. Geschichte scheint sich zu wiederholen. Nur mit dem Unterschied, dass Adam mich ansah, die Welt stehen blieb und er es genauso empfand. Nun spüre ich wieder diese Reinheit, doch er empfindet so nicht. Spüre diese tiefe Vertrautheit, doch er nicht. Will ich es nur spüren? Will ich nur, dass es so ist? Es ist, als würde er mir zeigen, was kaputt ist in mir. Er gibt mir die Stärke mich wieder aufzubauen. Dafür will ich ihn lieben, doch kann ich es nicht. Nicht nur, weil er es komplett verneinen würde und ich damit den Menschen verlieren würde, der mich in den letzten Wochen so viel weiter gebracht hat, als ich allein in den vergangenen 7 Jahren kam, sondern auch, weil ich keine Liebe für ihn empfinde. Welch merkwürdiges Gefühl sich jedoch in mir ausbreitet, wenn ich an ihn denke. Vielleicht haben wir uns in einem unserer früheren Leben gekannt? Ich bin verliebt in ihn. Oder vielleicht doch verliebt in all das, was er mir geben kann? Ich bin so verwirrt. Ich will bei ihm sein, in seinen Armen liegen, doch gleichzeitig wünsch ich mir, dass er diese Zärtlichkeiten mit jemanden teilen könnte, der nicht so kaputt ist, wie ich. Ich verstehe einfach nicht. Diese Gefühle sind mir so fremd. Wenn ich jemanden geliebt habe, dann wollte ich ihn stets nur für mich. Doch ihm würde ich so gerne jemanden wünschen, der ihm all das geben kann, was er mir gibt. Wünsche ihm das Glück, das er mir gibt. Ich würde ihm bis an das Ende der Welt folgen. Womit hat er sich diese tiefe Loyalität nur verdient? Er hat mich berührt. Mich so tief berührt. Mit ihm habe ich das Gefühl etwas vollständiger zu sein. Und weil ich all diese Gefühle habe, will ich einfach nur, dass er glücklich ist. Und weil ich all das so dringend brauche und weil ich nun die Kraft habe zu sehen, wie kaputt ich bin, weiß ich, dass ich es ihm nicht geben kann. Tiefe Überzeugung ihn nie wiederzusehen brennt sich in mein Herz. Der Abschied war so kurz und fühlte sich nach einem Lebewohl an. Nun sitze ich hier allein mit all diesen Gefühlen. Weine. Warum er? Warum, Schicksal, tust du mir das an? Du sendest mir jemanden für den ich so empfinde, wie ich für Adam empfand, doch er... er empfindet nichts in der Hinsicht für mich... . Das ist so unendlich grausam. Und die Ironie daran ist wohl dieses Dreieck, das sich bildete... Sascha empfindet tiefen Liebeskummer, wegen mir. Und ich wegen diesem Mann... . Ich empfinde keine Reue, was die Trennung von Sascha anbelangt. Die Welt ist bunter. Ich habe nicht erkannt wie tief unglücklich ich war. Habe überlebt. Doch mir blieb im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. Er hat mich ausgebrannt. Habe alles gegeben, was ich konnte. Ich wollte doch nur, dass er glücklich ist... doch mein Herz hing an Adam... . Ich hörte seine Stimme, spürte seine Nähe in den Nächten, in denen ich rastlos durch die Wohnung streifte. Ich träumte von ihm. Von seiner Nähe und seiner Wärme. Abends lag ich oft einsam auf meiner Seite des Bettes. Zärtlichkeit gab es zwischen Sascha und mir nicht mehr. Dann schloss ich die Augen, um die Tränen zurückzuhalten, ob dieser Einsamkeit und erinnerte mich daran, wie ich in deinen Armen lag, Adam. Erinnerte mich an die wenigen ruhigen Nächte, die wir gemeinsam verbrachten. Erinnerte mich an deine Berührungen, die meine Seele erschütterten. Mein Herz brach in den vergangenen Monaten immer mehr. Doch erst der Streit mit Sascha brach es vollständig. Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Fühle mich rastlos, ziellos. Und dieser Mann zeigte mir so sehr, dass ich mehr verdient hatte. Dass ich es verdient hatte geliebt zu werden. Sascha liebte nur das, was ich für ihn tat, aber nie mich. Welch bittere Erkenntnis... Ich sehne mich nach diesem Mann. Würde ihm bis zum Mittelpunkt der Erde folgen. Würde ihm folgen, wenn er ein blutrünstiger Dikator wäre... diese unerschütterliche Loyalität ist wohl das Einzige, was ich ihm geben kann. Nur Adam erfuhr zuvor diese Art der Gefühle. Die Parallelen sind erschreckend... . Er ist nicht Adam. Und das ist gut so. Ich vergleiche sie beide nicht, konkurrieren nicht miteinander. Dieser Mann ist als Individuum interessant, lebendig, fesselt mich. So wie er ist. Nichts was er tut, nichts was er für mich tut. Er als Mensch fasziniert mich. Und als ich vergangene Woche das erste Mal seinen Geruch einatmete, rastete diese Loyalität ein. Ich folge dir bis an das Ende der Welt und darüber hinaus. Mich bringt es an den Rand der Verzweiflung, dass ich es nicht sein werde, die an deiner Seite ist, als deine Partnerin. Ich verliere mich wieder selber. Ich will alles tun, damit wir nicht das verlieren, was wir haben. Bitte, lass es uns nicht verlieren.

23.5.15 20:23

Letzte Einträge: Überschäumende Gefühle, Eine Liebeserklärung

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung