Traumlos... Ziellos

Freunde


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Geschichte wiederholt sich

Gefangen in einer ewigen Zeitschlaufe, so fühle ich mich.

Immer wieder begegne ich dem gleichen Typ Menschen. Es gibt so wenige Ausnahmen, die wirklich aufregend, intelligent und interessant sind. So viele scheinen so flach. Wie sagte ein guter Freund? "Den tiefen Teller haben die wohl nicht erfunden." 

Mein Leben läuft momentan im Vorspulmodus und ich fühle mich verloren.

Wenn es ganz still ist, dann spüre ich die Ketten, die mich wieder hinunterziehen. Ob dieser Schmerz wohl jemals enden wird? Ob ich es jemals schaffe darüber hinweg zu kommen?

Ich hatte mit ihr geschrieben. Jetzt ist es genau ein Jahr her.

Sie hat nicht zugehört.

Sie warf mir vor alles verraten zu haben.

Sie warf mir vor sie allein gelassen zu haben.

Sie hat bis heute keine Ahnung, dass er fort ist. 

Dieses Gewicht legt sich auf meine Brust, macht das Atmen schwerer.

Wie sehr sehne ich mich nach Erlösung, nach Vergebung. Vielleicht saß ich deswegen so oft in der Kirche und starrte apathisch auf den Altar. 

Ich sehne mich nach Vergebung. Ich sehne mich nach Erlösung. Kein Scharfrichter dieser oder jener Welt könnte mich so geißeln, wie ich es mir selbst antu. Ständig erinnere ich mich selbst an jeden Moment, der so schrecklich weh tut. Ständig reiße ich die Wunden wieder auf.

Weil ich Angst habe alles zu vergessen.

Ein Teil von mir will es ruhen lassen, doch ein anderer will es künstlich am Leben erhalten.

Ich fühle mich, als würde ich nochmal dort stehen, das ständige Piepen in den Ohren. Den Geruch des Desinfektionsmittels in der Nase. Das stetige Geräusch der Beatmungsmaschine.

Alles läuft in Zeitlupe in meiner Seele ab.

7 Jahre.

All die Zeit quäle ich mich schon selber, geißele ich mich für jeden Menschen, den ich verletzt habe und foltere ich meine Seele. Ich hatte dich nicht verdient. Ich war zu schlecht für dich und nun musstest du dafür büßen.

All die Gespräche, die ich geführt habe, all die Menschen, die mir Gefühlskälte vorwarfen, nur weil sie nicht sahen wie ich weinend im Bett lag, nächtelang, und nur weil sie nicht sahen wie ich versuchte zu dir zu kommen... so oft. Nur weil sie die Narben nicht sehen. Mein Herz fühlt sich noch immer gebrochen an. Doch langsam finde ich mich damit ab, dass ein Teil wohl auf ewig fehlen wird.

Der Gedanke, dass es dich begleitet, egal wo du jetzt auch sein magst, ist fast tröstlich. 

Aber das Schicksal, die Götter, töteten meine Seele. 

Unsere Bestrafung, Romeo, ist wohl die ewige Verdammung. Wir werden wohl ewig nacheinander suchen müssen, doch wie süß ist die verbotene Frucht? Warum nur ist es die Lerche und nicht die Nachtigall, die für uns sang? Warum hatten wir nicht mehr Zeit? Warum hast du mir nicht die Wahrheit gesagt?

Immer und immer wieder gehe ich in Gedanken alles durch. Martere meine Seele mit Erinnerungen an dich. Du hast mich gefragt, was ich tun würde, wenn dies unser letzter Tag sei. Bis heute kenne ich die Antwort nicht.

Es sollte niemals solch einen Tag geben.

Die Dunkelheit verschlingt mich. Wenn es für mich einen Weg gäbe mich zu rächen für all den Schmerz, wenn es einen Weg gäbe dich zurück zu bekommen, würde ich ihn gehen. Egal, was ich tun müsste, wenn nur du am Ende stehen würdest.

Ich wurde herumgeschubst, verachtet, getreten, verprügelt, missachtet, geächtet, ausgelacht. Die Dunkelheit wirkt so tröstlich. 

Wieder stand ich dort. Dieses Jahr war die Nacht so lau. Ich sah die Blumen deines Bruders. Der Einzige, der sich noch an dich erinnern will.

Stunden saß ich dort und betrachtete den kalten Stein. Ohne Regung.

Da sind keine Tränen mehr übrig, die ich noch vergießen kann. Der Schmerz wirkt so irreal, doch schnürt er mir noch immer die Kehle zu. Du wirkst so irreal.

Wenn mein Herz nicht so schmerzen würde, wäre ich der Überzeugung, dass es dich niemals gegeben hätte.

Doch mein Herz schmerzt noch immer so sehr, wie am ersten Tag.

Bitte, erlöse mich.

Befreie mich ein letztes Mal von meinen Ketten.

Bis dahin werde ich warten bis zum letzten Tag. In der tiefen Hoffnung, dass wir beide uns wiedersehen und du auf mich wartest und ich dir erzählen kann, wie sehr du mir gefehlt hast.

Es zingt halt nur einmal im Leben.

5.9.13 22:04

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