Traumlos... Ziellos

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Warme Milch mit Honig

Fast 23 Uhr. Bis gerade hatte ich noch im Bett gelegen, dem Regen gelauscht, dem gleichmäßigem Atem von Sascha. Wie merkwürdig all diese Gefühle in mir sind. Dieser Gedanke, ja, diese Einsicht, all meine Träume wurden wahr. 

Vielleicht begegne ich wieder Menschen, die mich nicht leiden können, die mich verspotten, aber den Alten habe ich es gezeigt! All meine Träume sind wahr geworden. Alles, was ich mir vorgenommen habe, habe ich geschafft. Der Weg war hart, aber es hat sich gelohnt. Vieles musste ich opfern, aber nun habe ich es doch verdient bei dem einschläfernden Geräusch von prasselndem Regen, dem Geruch von nasser Erde und dem gleichmäßigem Atem von Sascha einzuschlafen. Alles scheint so perfekt in diesen einen Moment. Endlich habe ich keine Angst vor dem Morgen mehr. 

Wie das sanfte Licht der Lampe dieses Zimmer erhellt, die Couch bestrahlt über der die Gardine in perfekter Länge hängt und exakt wenige Millimeter über der Sofalehne beschwingt hängen bleibt. Es ist so wunderbar ruhig um mich herum. Manchmal brauche ich einfach nur Ruhe, will meine Musik hören, will die Tasten unter meinen Fingern spüren, das Geklapper hören, die Buchstaben lesen. Es ist, als würde man im Meer auf dem Rücken liegen und sich treiben lassen. Man weiß nicht, was man sieht, wenn man wieder aufrecht stehen will und wie tief es unter einem ist. 

Die letzte Nacht des Schwebezustandes zwischen meinem alten und meinem neuen Leben. Nach dieser Nacht kann ich sehen, wer mir von meinen alten Freunden geblieben ist, welche Erinnerungen mir noch heute geblieben sind, was ich nie wieder vergessen will.

Geblieben ist mir Isabelle, zusammen mit der Erinnerung an das peinliche Gespräch in der Mensa, bei dem wir versucht hatten das Problem zwischen ihr und Sarah aus der Welt zu schaffen und die Erinnerung, wie sie mich fragte, wie ich sie sehe und es ihr ehrlich sagte. Das war der Punkt in unserer Beziehung, in dem sie mich nicht mehr abwehrte, weil sie wusste, dass ich sie zwar nicht als engste Busenfreundin sehe, aber sie sehr schätze als Mensch und auch gern mit ihr zusammen bin. Da sie jetzt auch Steuerfachangestellte lernt, wird sie mir wohl lange bleiben, wenn wir nicht sogar eines Tages zusammen arbeiten.

Daniela, bei der ich viel zu viele Erinnerungen habe, aber sie ist einfach ein Fels in der Brandung und immer da, wenn ich sie brauchte. Ich kenne sie immerhin seit der 5. Klasse! All ihre verrückten Klamotten schießen mir durch den Kopf, ihre süße Quietschstimme und die Falten auf der Stirn, die sie bekommt, wenn sie beginnt nachzudenken oder ihre Eigenheit immer mit dem Mittelfinger alles in den Taschenrechner einzuhämmern, wenn sie ihn mit der linken hochhält und dabei die Nase leicht hoch nimmt, dann wirkt es immer, als wäre sie so gescheit und dann kam immer etwas Kluges dabei heraus. Wir Fische werden wohl irgendwie immer zusammen halten, weil wir... weil wir, wir sind und ich dich auf keinen Fall verlieren will.

Sonst bleibt mir noch immer meine Familie, wobei ich das Gefühl habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meinem Bruder und meiner Schwägerin aufbauen zu können. Ich mag die beiden wirklich sehr.

Ansonsten natürlich Sascha, aber wie abstrus wäre es, wenn ich in Hamburg wäre und ihn nicht hätte?

Bis jetzt wird sie wahrscheinlich schon rumgezetert haben, warum sie noch nicht kommt und sagen: "Püüüüüh, dann halt nicht!" Dabei wird sie total arrogant nacht rechts schauen und total so tun, als wäre es ihr so gänzlich egal. Ich weiß, dass es nicht so ist. Du solltest einfach nur wissen, dass du mir nicht egal bist und es hoffentlich niemals sein wirst, Sonja. Du fehlst mir sehr, gerade in den Momenten, wo draußen ein wunderbares Wetterchen ist und es eigentlich dazu einläd mit einem Schnuller im Mund durch die Altstadt zu laufen. Wie sehr meine Füße an dem Tag geschmerzt haben, nur weil wir jede Drogerie abgeklappert haben! Wenn ich dann unsere Bilder an der Wand sehe, dann freue ich mich immer wieder so einen tollen Menschen, wie dich gefunden zu haben und trotz der viel zu kurzen Zeit, viele tolle Erinnerungen an dich habe.

Vielleicht noch der eine Mensch hier oder da, aber an dieser Stelle nicht wichtig. Heute sehe ich, dass ich in Berlin nichts aufgegeben und auch nichts zurückgelassen habe, was von Wert war, denn Sonja wird ihren eigenen Weg finden und muss ihn vielleicht sogar allein bzw. ohne mich finden. Daniela ist in Ludwigshafen und Isabelle will ihren Weg so finden, wie sie es immer getan hat. 

Morgen steht MDS Möhrle auf dem Programm. S-Bahn Station Diebsteich. Ich kann mit der S21 von Bergedorf nach Diebsteich durchfahren. Es gibt wirklich komische Namen in Hamburg. Mit ihrem Beck habe sie es total, wie in Schwarzenbeck.

Da stehe ich nun auf der Schwelle, schaue mal wieder zurück und werde mich heute Nacht ein letztes Mal fragen, ob ich den richtigen Weg gewählt habe. Und wieder werde ich mir eingestehen, dass die Antwort darauf nur die Zeit bringen kann. Bis jetzt bereue ich meine Entscheidung nicht. Nur bin ich sehr aufgeregt wegen morgen, aber wer wäre das nicht?

Da hilft wohl nur die warme Milch mit Honig, wovon ich nun den letzten Schluck nehmen werde und diesen Eintrag beende mit dem Wunsch morgen von einem atemberaubenden Tag berichten zu können.

1.8.10 23:01

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