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Geld regiert die Welt

Meine Freiheit bezahle ich hoch, habe ich zumindest derzeit das Gefühl.

Derzeit leben Sascha und ich von nicht viel. Wir schlagen uns durch den Monat und das alles nur, wegen diesem bekifften Mitbewohner. Ich könnte so kotzen. Wie kann man so dumm sein und warum hat Sascha ihm je erlaubt hier einzuziehen. Ich meine, der andere war zwar auch ein Idiot, aber wenigstens bezahlte der seine Miete pünktlich. Jetzt sitze ich hier und habe nicht einmal das Geld um meinen kleinen Neffen in Berlin zu besuchen. Ich will irgendwo meinen Frust ablassen und kann es nicht, weil dieser impertinente Mensch es nicht einmal schafft sein Handy in Gang zu bekommen und Sascha an der ganzen Sache schlicht und ergreifend keine Schuld hat.

Was die Lage ist? Die Lage ist, dass die Wohnung dringend renovierungsbedürftig ist und ich jeden Tag gegen Dreckränder kämpfe, die dort schon seit Jahren sind und es sich nie gebessert hat. 

Um Sascha zu zitieren: "Früher ist nie jemand jeden Tag mit einem Lappen in der Hand durch die Wohnung gerannt."

Mein Kommentar: Ja, das sieht man.

Super Sache. Mittlerweile haben wir gut 60% des Evi- Standards erreicht, was heißt, dass es für Normalsterbliche sauber ist. Für mich wäre es sauber, wenn es aussieht wie in einem abgeleckten Möbelkatalog. Nicht früher und nicht später. Aber ich spüre, dass ich es nicht schaffe. Allein schon die mehr oder minder bunten Wände machen mich krank. Ganz davon abgesehen, dass dieser strohdumme Mensch, der es jetzt nicht einmal schafft seine Miete zu bezahlen, weil er sich NIE um seine Angelegenheiten gekümmert hat, zuvor in unserem heutigen Schlafzimmer gewohnt hatte und die Wände dort jetzt schwarz sind. Verzweifelt habe ich Bilder an die Wände gehangen. 

Meine Freiheit habe ich zwar jetzt, aber dafür gab ich den Luxus auf Geld zu haben für Kaffee oder mich vernünftig satt zu essen. Nicht, dass ich hier nicht satt werde, aber meist esse ich den ganzen Tag bis zum Abend hin nichts aus Schuldgefühlen zu viel für Essen auszugeben. Natürlich haben wir immer noch einen gewissen Luxus. Ich meine, wir haben Laptops, zwei riesige Fernseher, Sky, Internet, Telefon. Aber das was ich gerne hätte wäre sich nicht jeden Tag den Kopf über Geld zu zerbrechen, sondern vernünftig leben zu können. 

Von welchem Betrag wir sprechen, der Sascha und mir mittlerweile fehlt durch unseren Mitbewohner?

1250Euro

Das ist nicht gerade ein Pappenstiel und natürlich könnte man jetzt auch sagen: Eigentlich müssten wir auch alleine klarkommen ohne den Mitbewohner.

Natürlich würden wir das, wenn meine Mutter mir mein Kindergeld nicht verweigern würde und ich endlich meine Ausbildung beginnen kann. Dann zahle ich mit an der Miete und dann müsste alles funktionieren. Zwar haben wir dann nicht Geld im Übermaß, aber genug um uns auch mal neue Klamotten zu kaufen.

Neben dem Geld hoffe ich auch, dass der Vermieter einsichtig ist und die Wohnung renoviert. Bzw. irgendwo hoffe ich mehr darauf, dass wir eine Mietminderung durchbringen können, um Geld und Nerven zu sparen. Nun ja, wenn er aber zu Renovierungen bereit ist, dann werde ich auch nicht nein sagen. 

Ach, im Großen und Ganzen würde ich mir einfach gerne neue Klamotten für die Arbeit kaufen und ich denke auch daran, dass ich einige Kleinigkeiten brauchen werde, sobald die Arbeit beginnt. Mittlerweile weiß ich es immer mehr zu schätzen, dass mir meien Ausbildungsstelle Bücher und alles bezahlt, was ich für die Ausbildung benötige. Aber durch diesen Mist mit unserem Mitbewohner kann ich mir nicht einmal einen Schreibtisch leisten, den ich eigentlich bräuchte, sobald meine Ausbildung beginnt. Wenn meine Ausbildung beginnt sind wir bei Schulden von 1700 Euro und das übersteigt einiges. Eigentlich vertrau ich mittlerweile nur noch darauf, dass Sascha alles schafft. Mehr kann ich gar nicht wollen. 

Abschließend muss ich sagen, dass ich meine Freiheit zwar irgendwo teuer erkauft habe, ich aber glücklich bin. Trotz allem fühle ich mich anders. Gut, anders. Es ist das Gefühl, als ob ich fliegen könnte und die Ruhe den ganzen Tag genieße ich sehr. Nach dem ganzen Stress mit dem Abitur genieße ich es endlich nicht mehr lernen zu müssen. Und natürlich das tolle Wetter. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht viel draußen bin, weil wir kein Geld für Sonnencreme über haben und ich eine Hitze- bzw. Sonnenallergie habe. Aber solch frühe Morgenstunden, wie diese genieße ich sehr. Wenn die Sonne ihre ersten Strahlen über die Welt schickt und sie langsam beginnen die Luft zu erwärmen, doch die Nacht noch ihren Odem hinter sich herzieht.

 

Bis jetzt haben Sascha und ich es geschafft und ich weiß, dass nach meinem ersten Gehalt mehr Geld da sein wird und ich mir dann auch mal Milkaschokolade kaufen kann.

5.7.10 06:25

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