Traumlos... Ziellos

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Abitur und Umzug

Das Jahr 2010 hat es wirklich in sich. Ich ziehe um, zu meinem Freund, mein Abitur wird gemacht und ich fühle mich so furchtbar unsicher. Alles verändert sich, alles wandelt sich. Mein Umfeld wird sich verändern. Auch, wenn man es kaum glaubt, aber meine Familie wird mir fehlen und meine Freunde. Zwar habe ich in meinem Leben schon immer viel Verantwortung übernommen, aber jetzt gibt es kein Sicherheitsnetz mehr und niemanden mehr, der für einen in die Bresche springt, wenn etwas schief läuft. Es gibt keine Mama mehr, die einen beschützt.

Nun kann ich seit Tagen nicht schlafen, weil mein Leben sich so gründlich umkrempeln wird. Pläne von der Zukunft habe ich eh schon längst verworfen, denn auf der Hälfte des Weges kann ich sie zerreißen. Mittlerweile frage ich mich nur, ob solche Pläne mir die Sicherheit geben könnten, die ich jetzt so dringend bräuchte.

Es ist so schwer zu erklären, wie ich mich derzeit fühle. Auf der einen Seite freue ich mich wirklich riesig. Nie wieder von Sascha weg zu müssen, wahrscheinlich nie wieder Stress mit meiner Mutter, endlich arbeiten, kaum mehr Schule, neue Freunde, neue Stadt, besseres Starbucks, aber ich bin froh, dass ich traurig sein kann, bevor ich alles verliere. Jetzt genieße ich noch die Zeit, wenn ich mit meiner Mutter zusammen Fernsehen schaue oder wenn ich mit Sonja unterwegs bin. Das Geschnatter von Harry und die lauten Vögel, die mich auch heute Morgen wieder geweckt haben. Die Luft, die Stimmen, die Menschen, die Gerüche. Ich versuche mir alles zu merken und mitzunehmen und wie gesagt, ich bin froh darüber, dass ich es noch früh genug bemerkt habe. Das, was ich spüre sind keine Zweifel, sondern Trennungsschmerz und Angst. Ich habe keine Zweifel daran, dass mein neues Leben sogar noch fantastischer werden kann, als mein jetziges, aber ich verspüre Schmerz dabei meine Familie und Freunde zurückzulassen. Wäre es nicht unnatürlich, wenn es nicht so wäre? Und Angst habe ich gar nicht mal so sehr vor dem Ende unserer Beziehung, sondern eher, dass ich nicht aufgenommen werde. Genau wie anfangs bei jeder neuen Schule war es so, dass ich eine Außenseiterin war. In der Oberstufe konnte ich mich einigermaßen gut integrieren und hatte Leute zum Lachen und Reden, egal wo, egal wen. Jetzt beginnt alles wieder neu und mit diesem Neuanfang kommt auch die Angst, die anderen könnten mich nicht akzeptieren, über mich lästern. Noch mehr Angst habe ich davor, dass sie sich allesamt schon kennen und eine Art der Gemeinschaft bilden. Vielleicht muss ich mich einfach darauf verlassen, dass es für viele Leute auch ein Neuanfang ist, wenn sie mit ihrer Ausbildung beginnen. Aber es sind ja dann nicht mal so sehr die Leute von der Ausbildung, auch wenn ich jetzt schon riesige Angst davor habe etwas auf Arbeit falsch zu machen (Ich brauche dringend eine gute Hafpflichtversicherung).

Es ist ja nicht nur die Arbeit. Ich habe Angst davor, Saschas Freunde könnten mich noch weniger leiden oder wir streiten uns wegen ihnen. Ich kann es mir einfach noch nicht vorstellen mit einem Mann zusammenzuleben, weil ich einfach mal seit 14 Jahren ohne einen Mann im Haushalt lebte. Da lies nie jemand die Klobrille oben oder sonst irgendetwas "Männertypisches". Es riecht immer nach Frau, es wurde alles getan, wie bei Frau und es fühlte sich alles "frauisch" an. Es ist eine ganz natürliche Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten. Aus dieser Angst heraus, hat man im Mittelalter Hexen verbrannt, also ist diese Angst schon zu einigem fähig, aber es sind KEINE Zweifel. So abstrus es klingt, aber ich habe keine Zweifel daran das Richtige zu tun und mich für das Richtige entschieden zu haben. Nur kommt zu allem noch hinzu, dass ich das Gefühl habe, jegliche Abiprüfungen volle Kanne versaut zu haben. 

Gehen wir einmal der Reihenfolge nach.

Geschichte: Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass ich mit meiner Interpretation und meine Analyse meilenweit daneben lag und ich, wenn ich Glück habe, noch 5 Punkte bekomme. 

Mathematik: Nachdem Max meinte man brauche die Wendetangente gar nicht, war ich der festen Überzeugung, dass ich restlos alles falsch verstanden habe und auch hier vielleicht 4 oder 5 Punkte abkassiere, wenn ich Glück habe.

Deutsch: Wie konnte ich nur so blöd sein? Ich habe das Alles totanalysiert und zunichte gemacht. Es kommt mir vor wie ein Kapitalfehler. Ich habe das Gefühl analysiert zu haben, ohne es in einen vernünftigen Kontext zu bringen und es damit nur aneinandergereihte Indizien sind für irgendwelchen Schwachsinn, womit man sonst was interpretieren könnte.

Physik: War noch nicht, ist am Donnerstag, aber ich habe jetzt schon das Gefühl gar nichts mehr zu können und der letzte Idiot vom Dienst zu sein.

Politikwissenschaft/Geschichte: Nach den Fragen von den Lehrern, hoffe ich nur, dass meine Bluse irgendetwas gebracht hat bei diesen Lustmolchen. Oh gott, mittlerweile bin ich fast überzeugt zu wenig Mill herausgenommen zu haben, auch wenn ich mir darüber bewusst bin, dass Mill den geschichtlichen Teil repräsentierte und damit nur zu 30% einfließen durfte, aber trotzdem habe ich das Gefühl ihn nicht einmal zu 5% drin zu haben. Und irgendwie habe ich das Gefühl etwas Wichtiges übersehen zu haben und die Nächte vor der Prüfung waren gänzlich überflüssig.

 

Ich bin so müde und kann abends nicht einschlafen. Flüchten tu ich mich in belanglosen Überlegungen und in Träumereien, um nicht noch mehr über so etwas grübeln zu müssen. 

Was passiert, wenn ich überall nur 5 Punkte geschrieben habe? Nachprüfungen und wenn ich die auch versemmel? Tja, dann ist die Ausbildungsstelle Geschichte und ich kann ein Jahr wiederholen, in Hamburg, denn Geschichte Leistungskurs werde ich garantiert nicht mti Carrie und Herrn Schmidt machen. Vorher versuche ich es in Hamburg! 

Alles in allem bin ich recht deprimiert und ziemlich zerfressen. Das Sahnehäubchen dabei ist mein Gefühl, niemand will mehr etwas von mir wissen und es hätte mich sowieso schon jeder abgeschrieben. Meine Freunde und Familie als die, die weggeht und Sascha sieht mich als die, die doch am Freitag da ist. Ihr sagt das alle so leicht, aber wenn ich so allein bin, werde ich unsicher. Nein, ich bin furchtbar unsicher, weil ich mich so allein fühle.

Ein kleiner Streif am Horizont ist für mich die Kettenuhr, die mir meine Mutter als Geschenk zum Abitur gekauft hat. Ich freue mich schon riesig darauf! Ich fand die Kettenuhr von Daniela immer schon so wunderhübsch, da bin ich schon sehr gespannt auf meine.

 

Und nun versuche ich zu lernen und damit aufzuhören mir einzubilden, dass ich alles verhauen hätte.

Who can say where the road goes,
where the day flows.
Only time...
And who can say if your love grows,
as your heart chose.
Only time...

24.5.10 14:44

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