Traumlos... Ziellos

Freunde


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Warme Milch mit Honig

Fast 23 Uhr. Bis gerade hatte ich noch im Bett gelegen, dem Regen gelauscht, dem gleichmäßigem Atem von Sascha. Wie merkwürdig all diese Gefühle in mir sind. Dieser Gedanke, ja, diese Einsicht, all meine Träume wurden wahr. 

Vielleicht begegne ich wieder Menschen, die mich nicht leiden können, die mich verspotten, aber den Alten habe ich es gezeigt! All meine Träume sind wahr geworden. Alles, was ich mir vorgenommen habe, habe ich geschafft. Der Weg war hart, aber es hat sich gelohnt. Vieles musste ich opfern, aber nun habe ich es doch verdient bei dem einschläfernden Geräusch von prasselndem Regen, dem Geruch von nasser Erde und dem gleichmäßigem Atem von Sascha einzuschlafen. Alles scheint so perfekt in diesen einen Moment. Endlich habe ich keine Angst vor dem Morgen mehr. 

Wie das sanfte Licht der Lampe dieses Zimmer erhellt, die Couch bestrahlt über der die Gardine in perfekter Länge hängt und exakt wenige Millimeter über der Sofalehne beschwingt hängen bleibt. Es ist so wunderbar ruhig um mich herum. Manchmal brauche ich einfach nur Ruhe, will meine Musik hören, will die Tasten unter meinen Fingern spüren, das Geklapper hören, die Buchstaben lesen. Es ist, als würde man im Meer auf dem Rücken liegen und sich treiben lassen. Man weiß nicht, was man sieht, wenn man wieder aufrecht stehen will und wie tief es unter einem ist. 

Die letzte Nacht des Schwebezustandes zwischen meinem alten und meinem neuen Leben. Nach dieser Nacht kann ich sehen, wer mir von meinen alten Freunden geblieben ist, welche Erinnerungen mir noch heute geblieben sind, was ich nie wieder vergessen will.

Geblieben ist mir Isabelle, zusammen mit der Erinnerung an das peinliche Gespräch in der Mensa, bei dem wir versucht hatten das Problem zwischen ihr und Sarah aus der Welt zu schaffen und die Erinnerung, wie sie mich fragte, wie ich sie sehe und es ihr ehrlich sagte. Das war der Punkt in unserer Beziehung, in dem sie mich nicht mehr abwehrte, weil sie wusste, dass ich sie zwar nicht als engste Busenfreundin sehe, aber sie sehr schätze als Mensch und auch gern mit ihr zusammen bin. Da sie jetzt auch Steuerfachangestellte lernt, wird sie mir wohl lange bleiben, wenn wir nicht sogar eines Tages zusammen arbeiten.

Daniela, bei der ich viel zu viele Erinnerungen habe, aber sie ist einfach ein Fels in der Brandung und immer da, wenn ich sie brauchte. Ich kenne sie immerhin seit der 5. Klasse! All ihre verrückten Klamotten schießen mir durch den Kopf, ihre süße Quietschstimme und die Falten auf der Stirn, die sie bekommt, wenn sie beginnt nachzudenken oder ihre Eigenheit immer mit dem Mittelfinger alles in den Taschenrechner einzuhämmern, wenn sie ihn mit der linken hochhält und dabei die Nase leicht hoch nimmt, dann wirkt es immer, als wäre sie so gescheit und dann kam immer etwas Kluges dabei heraus. Wir Fische werden wohl irgendwie immer zusammen halten, weil wir... weil wir, wir sind und ich dich auf keinen Fall verlieren will.

Sonst bleibt mir noch immer meine Familie, wobei ich das Gefühl habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meinem Bruder und meiner Schwägerin aufbauen zu können. Ich mag die beiden wirklich sehr.

Ansonsten natürlich Sascha, aber wie abstrus wäre es, wenn ich in Hamburg wäre und ihn nicht hätte?

Bis jetzt wird sie wahrscheinlich schon rumgezetert haben, warum sie noch nicht kommt und sagen: "Püüüüüh, dann halt nicht!" Dabei wird sie total arrogant nacht rechts schauen und total so tun, als wäre es ihr so gänzlich egal. Ich weiß, dass es nicht so ist. Du solltest einfach nur wissen, dass du mir nicht egal bist und es hoffentlich niemals sein wirst, Sonja. Du fehlst mir sehr, gerade in den Momenten, wo draußen ein wunderbares Wetterchen ist und es eigentlich dazu einläd mit einem Schnuller im Mund durch die Altstadt zu laufen. Wie sehr meine Füße an dem Tag geschmerzt haben, nur weil wir jede Drogerie abgeklappert haben! Wenn ich dann unsere Bilder an der Wand sehe, dann freue ich mich immer wieder so einen tollen Menschen, wie dich gefunden zu haben und trotz der viel zu kurzen Zeit, viele tolle Erinnerungen an dich habe.

Vielleicht noch der eine Mensch hier oder da, aber an dieser Stelle nicht wichtig. Heute sehe ich, dass ich in Berlin nichts aufgegeben und auch nichts zurückgelassen habe, was von Wert war, denn Sonja wird ihren eigenen Weg finden und muss ihn vielleicht sogar allein bzw. ohne mich finden. Daniela ist in Ludwigshafen und Isabelle will ihren Weg so finden, wie sie es immer getan hat. 

Morgen steht MDS Möhrle auf dem Programm. S-Bahn Station Diebsteich. Ich kann mit der S21 von Bergedorf nach Diebsteich durchfahren. Es gibt wirklich komische Namen in Hamburg. Mit ihrem Beck habe sie es total, wie in Schwarzenbeck.

Da stehe ich nun auf der Schwelle, schaue mal wieder zurück und werde mich heute Nacht ein letztes Mal fragen, ob ich den richtigen Weg gewählt habe. Und wieder werde ich mir eingestehen, dass die Antwort darauf nur die Zeit bringen kann. Bis jetzt bereue ich meine Entscheidung nicht. Nur bin ich sehr aufgeregt wegen morgen, aber wer wäre das nicht?

Da hilft wohl nur die warme Milch mit Honig, wovon ich nun den letzten Schluck nehmen werde und diesen Eintrag beende mit dem Wunsch morgen von einem atemberaubenden Tag berichten zu können.

Mein kleiner süßer Neffe Ian <33

Ian mit seiner Mama:

Und noch ganz viel Ian:

 


Er ist sooo zum knuddeln <33


Geld regiert die Welt

Meine Freiheit bezahle ich hoch, habe ich zumindest derzeit das Gefühl.

Derzeit leben Sascha und ich von nicht viel. Wir schlagen uns durch den Monat und das alles nur, wegen diesem bekifften Mitbewohner. Ich könnte so kotzen. Wie kann man so dumm sein und warum hat Sascha ihm je erlaubt hier einzuziehen. Ich meine, der andere war zwar auch ein Idiot, aber wenigstens bezahlte der seine Miete pünktlich. Jetzt sitze ich hier und habe nicht einmal das Geld um meinen kleinen Neffen in Berlin zu besuchen. Ich will irgendwo meinen Frust ablassen und kann es nicht, weil dieser impertinente Mensch es nicht einmal schafft sein Handy in Gang zu bekommen und Sascha an der ganzen Sache schlicht und ergreifend keine Schuld hat.

Was die Lage ist? Die Lage ist, dass die Wohnung dringend renovierungsbedürftig ist und ich jeden Tag gegen Dreckränder kämpfe, die dort schon seit Jahren sind und es sich nie gebessert hat. 

Um Sascha zu zitieren: "Früher ist nie jemand jeden Tag mit einem Lappen in der Hand durch die Wohnung gerannt."

Mein Kommentar: Ja, das sieht man.

Super Sache. Mittlerweile haben wir gut 60% des Evi- Standards erreicht, was heißt, dass es für Normalsterbliche sauber ist. Für mich wäre es sauber, wenn es aussieht wie in einem abgeleckten Möbelkatalog. Nicht früher und nicht später. Aber ich spüre, dass ich es nicht schaffe. Allein schon die mehr oder minder bunten Wände machen mich krank. Ganz davon abgesehen, dass dieser strohdumme Mensch, der es jetzt nicht einmal schafft seine Miete zu bezahlen, weil er sich NIE um seine Angelegenheiten gekümmert hat, zuvor in unserem heutigen Schlafzimmer gewohnt hatte und die Wände dort jetzt schwarz sind. Verzweifelt habe ich Bilder an die Wände gehangen. 

Meine Freiheit habe ich zwar jetzt, aber dafür gab ich den Luxus auf Geld zu haben für Kaffee oder mich vernünftig satt zu essen. Nicht, dass ich hier nicht satt werde, aber meist esse ich den ganzen Tag bis zum Abend hin nichts aus Schuldgefühlen zu viel für Essen auszugeben. Natürlich haben wir immer noch einen gewissen Luxus. Ich meine, wir haben Laptops, zwei riesige Fernseher, Sky, Internet, Telefon. Aber das was ich gerne hätte wäre sich nicht jeden Tag den Kopf über Geld zu zerbrechen, sondern vernünftig leben zu können. 

Von welchem Betrag wir sprechen, der Sascha und mir mittlerweile fehlt durch unseren Mitbewohner?

1250Euro

Das ist nicht gerade ein Pappenstiel und natürlich könnte man jetzt auch sagen: Eigentlich müssten wir auch alleine klarkommen ohne den Mitbewohner.

Natürlich würden wir das, wenn meine Mutter mir mein Kindergeld nicht verweigern würde und ich endlich meine Ausbildung beginnen kann. Dann zahle ich mit an der Miete und dann müsste alles funktionieren. Zwar haben wir dann nicht Geld im Übermaß, aber genug um uns auch mal neue Klamotten zu kaufen.

Neben dem Geld hoffe ich auch, dass der Vermieter einsichtig ist und die Wohnung renoviert. Bzw. irgendwo hoffe ich mehr darauf, dass wir eine Mietminderung durchbringen können, um Geld und Nerven zu sparen. Nun ja, wenn er aber zu Renovierungen bereit ist, dann werde ich auch nicht nein sagen. 

Ach, im Großen und Ganzen würde ich mir einfach gerne neue Klamotten für die Arbeit kaufen und ich denke auch daran, dass ich einige Kleinigkeiten brauchen werde, sobald die Arbeit beginnt. Mittlerweile weiß ich es immer mehr zu schätzen, dass mir meien Ausbildungsstelle Bücher und alles bezahlt, was ich für die Ausbildung benötige. Aber durch diesen Mist mit unserem Mitbewohner kann ich mir nicht einmal einen Schreibtisch leisten, den ich eigentlich bräuchte, sobald meine Ausbildung beginnt. Wenn meine Ausbildung beginnt sind wir bei Schulden von 1700 Euro und das übersteigt einiges. Eigentlich vertrau ich mittlerweile nur noch darauf, dass Sascha alles schafft. Mehr kann ich gar nicht wollen. 

Abschließend muss ich sagen, dass ich meine Freiheit zwar irgendwo teuer erkauft habe, ich aber glücklich bin. Trotz allem fühle ich mich anders. Gut, anders. Es ist das Gefühl, als ob ich fliegen könnte und die Ruhe den ganzen Tag genieße ich sehr. Nach dem ganzen Stress mit dem Abitur genieße ich es endlich nicht mehr lernen zu müssen. Und natürlich das tolle Wetter. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht viel draußen bin, weil wir kein Geld für Sonnencreme über haben und ich eine Hitze- bzw. Sonnenallergie habe. Aber solch frühe Morgenstunden, wie diese genieße ich sehr. Wenn die Sonne ihre ersten Strahlen über die Welt schickt und sie langsam beginnen die Luft zu erwärmen, doch die Nacht noch ihren Odem hinter sich herzieht.

 

Bis jetzt haben Sascha und ich es geschafft und ich weiß, dass nach meinem ersten Gehalt mehr Geld da sein wird und ich mir dann auch mal Milkaschokolade kaufen kann.

Abitur und Umzug

Das Jahr 2010 hat es wirklich in sich. Ich ziehe um, zu meinem Freund, mein Abitur wird gemacht und ich fühle mich so furchtbar unsicher. Alles verändert sich, alles wandelt sich. Mein Umfeld wird sich verändern. Auch, wenn man es kaum glaubt, aber meine Familie wird mir fehlen und meine Freunde. Zwar habe ich in meinem Leben schon immer viel Verantwortung übernommen, aber jetzt gibt es kein Sicherheitsnetz mehr und niemanden mehr, der für einen in die Bresche springt, wenn etwas schief läuft. Es gibt keine Mama mehr, die einen beschützt.

Nun kann ich seit Tagen nicht schlafen, weil mein Leben sich so gründlich umkrempeln wird. Pläne von der Zukunft habe ich eh schon längst verworfen, denn auf der Hälfte des Weges kann ich sie zerreißen. Mittlerweile frage ich mich nur, ob solche Pläne mir die Sicherheit geben könnten, die ich jetzt so dringend bräuchte.

Es ist so schwer zu erklären, wie ich mich derzeit fühle. Auf der einen Seite freue ich mich wirklich riesig. Nie wieder von Sascha weg zu müssen, wahrscheinlich nie wieder Stress mit meiner Mutter, endlich arbeiten, kaum mehr Schule, neue Freunde, neue Stadt, besseres Starbucks, aber ich bin froh, dass ich traurig sein kann, bevor ich alles verliere. Jetzt genieße ich noch die Zeit, wenn ich mit meiner Mutter zusammen Fernsehen schaue oder wenn ich mit Sonja unterwegs bin. Das Geschnatter von Harry und die lauten Vögel, die mich auch heute Morgen wieder geweckt haben. Die Luft, die Stimmen, die Menschen, die Gerüche. Ich versuche mir alles zu merken und mitzunehmen und wie gesagt, ich bin froh darüber, dass ich es noch früh genug bemerkt habe. Das, was ich spüre sind keine Zweifel, sondern Trennungsschmerz und Angst. Ich habe keine Zweifel daran, dass mein neues Leben sogar noch fantastischer werden kann, als mein jetziges, aber ich verspüre Schmerz dabei meine Familie und Freunde zurückzulassen. Wäre es nicht unnatürlich, wenn es nicht so wäre? Und Angst habe ich gar nicht mal so sehr vor dem Ende unserer Beziehung, sondern eher, dass ich nicht aufgenommen werde. Genau wie anfangs bei jeder neuen Schule war es so, dass ich eine Außenseiterin war. In der Oberstufe konnte ich mich einigermaßen gut integrieren und hatte Leute zum Lachen und Reden, egal wo, egal wen. Jetzt beginnt alles wieder neu und mit diesem Neuanfang kommt auch die Angst, die anderen könnten mich nicht akzeptieren, über mich lästern. Noch mehr Angst habe ich davor, dass sie sich allesamt schon kennen und eine Art der Gemeinschaft bilden. Vielleicht muss ich mich einfach darauf verlassen, dass es für viele Leute auch ein Neuanfang ist, wenn sie mit ihrer Ausbildung beginnen. Aber es sind ja dann nicht mal so sehr die Leute von der Ausbildung, auch wenn ich jetzt schon riesige Angst davor habe etwas auf Arbeit falsch zu machen (Ich brauche dringend eine gute Hafpflichtversicherung).

Es ist ja nicht nur die Arbeit. Ich habe Angst davor, Saschas Freunde könnten mich noch weniger leiden oder wir streiten uns wegen ihnen. Ich kann es mir einfach noch nicht vorstellen mit einem Mann zusammenzuleben, weil ich einfach mal seit 14 Jahren ohne einen Mann im Haushalt lebte. Da lies nie jemand die Klobrille oben oder sonst irgendetwas "Männertypisches". Es riecht immer nach Frau, es wurde alles getan, wie bei Frau und es fühlte sich alles "frauisch" an. Es ist eine ganz natürliche Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten. Aus dieser Angst heraus, hat man im Mittelalter Hexen verbrannt, also ist diese Angst schon zu einigem fähig, aber es sind KEINE Zweifel. So abstrus es klingt, aber ich habe keine Zweifel daran das Richtige zu tun und mich für das Richtige entschieden zu haben. Nur kommt zu allem noch hinzu, dass ich das Gefühl habe, jegliche Abiprüfungen volle Kanne versaut zu haben. 

Gehen wir einmal der Reihenfolge nach.

Geschichte: Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass ich mit meiner Interpretation und meine Analyse meilenweit daneben lag und ich, wenn ich Glück habe, noch 5 Punkte bekomme. 

Mathematik: Nachdem Max meinte man brauche die Wendetangente gar nicht, war ich der festen Überzeugung, dass ich restlos alles falsch verstanden habe und auch hier vielleicht 4 oder 5 Punkte abkassiere, wenn ich Glück habe.

Deutsch: Wie konnte ich nur so blöd sein? Ich habe das Alles totanalysiert und zunichte gemacht. Es kommt mir vor wie ein Kapitalfehler. Ich habe das Gefühl analysiert zu haben, ohne es in einen vernünftigen Kontext zu bringen und es damit nur aneinandergereihte Indizien sind für irgendwelchen Schwachsinn, womit man sonst was interpretieren könnte.

Physik: War noch nicht, ist am Donnerstag, aber ich habe jetzt schon das Gefühl gar nichts mehr zu können und der letzte Idiot vom Dienst zu sein.

Politikwissenschaft/Geschichte: Nach den Fragen von den Lehrern, hoffe ich nur, dass meine Bluse irgendetwas gebracht hat bei diesen Lustmolchen. Oh gott, mittlerweile bin ich fast überzeugt zu wenig Mill herausgenommen zu haben, auch wenn ich mir darüber bewusst bin, dass Mill den geschichtlichen Teil repräsentierte und damit nur zu 30% einfließen durfte, aber trotzdem habe ich das Gefühl ihn nicht einmal zu 5% drin zu haben. Und irgendwie habe ich das Gefühl etwas Wichtiges übersehen zu haben und die Nächte vor der Prüfung waren gänzlich überflüssig.

 

Ich bin so müde und kann abends nicht einschlafen. Flüchten tu ich mich in belanglosen Überlegungen und in Träumereien, um nicht noch mehr über so etwas grübeln zu müssen. 

Was passiert, wenn ich überall nur 5 Punkte geschrieben habe? Nachprüfungen und wenn ich die auch versemmel? Tja, dann ist die Ausbildungsstelle Geschichte und ich kann ein Jahr wiederholen, in Hamburg, denn Geschichte Leistungskurs werde ich garantiert nicht mti Carrie und Herrn Schmidt machen. Vorher versuche ich es in Hamburg! 

Alles in allem bin ich recht deprimiert und ziemlich zerfressen. Das Sahnehäubchen dabei ist mein Gefühl, niemand will mehr etwas von mir wissen und es hätte mich sowieso schon jeder abgeschrieben. Meine Freunde und Familie als die, die weggeht und Sascha sieht mich als die, die doch am Freitag da ist. Ihr sagt das alle so leicht, aber wenn ich so allein bin, werde ich unsicher. Nein, ich bin furchtbar unsicher, weil ich mich so allein fühle.

Ein kleiner Streif am Horizont ist für mich die Kettenuhr, die mir meine Mutter als Geschenk zum Abitur gekauft hat. Ich freue mich schon riesig darauf! Ich fand die Kettenuhr von Daniela immer schon so wunderhübsch, da bin ich schon sehr gespannt auf meine.

 

Und nun versuche ich zu lernen und damit aufzuhören mir einzubilden, dass ich alles verhauen hätte.

Who can say where the road goes,
where the day flows.
Only time...
And who can say if your love grows,
as your heart chose.
Only time...

Erinnerungen

Ich empfinde "anfangen" immer als das Schwerste. Man weiß nicht, was einen erwartet. Bei Anfängen kann man nur eine grobe Skizze haben, von dem was kommt. Spätestens auf der Hälfte des Weges muss man sie zerreißen und wegwerfen, weil sowieso alles anders gekommen ist.

An meine Kindheit erinnere ich mich nur bruchstückhaft. An vieles, das bis zur 8. Klasse passiert ist, erinnere ich mich nur schwach. Nach meinem Zusammenbruch hatte mein Gehirn einfach alles gelöscht, was es nicht mehr wissen wollte und mit all den Jahren bin ich mir nie sicher geworden, ob ich mich an wirklich alles erinnere. 

Woran ich mich noch erinnere ist mein bester Freund von damals. Sein Geruch, wie er aussah, wie er nachts immer schlief. Ich erinnere mich auch noch, als ich das erste Mal bei ihm übernachtete (ich war vielleicht 6 oder 7), da weinte ich furchtbar, weil ich heimweh hatte. Heimweh ist etwas, das einen einfach übermannt und man kann nicht einmal sagen, was genau man eigentlich vermisst. Ob es nun die Laute des Fernsehers sind aus dem Wohnzimmer, wo die eigene Mutter sitzt und man sich einfach beschützt fühlt. Oder sei es der Geruch. Dieser ganz eigene Geruch, der einem Geborgenheit verspricht. Oder die Kissen, die nach dem Waschmittel und dem Parfum meiner Mutter riechen. 

Ein anderes Erlebnis war, als wir umzogen. Ich hatte mich doch sehr darauf gefreut. Etwas Neues erleben, neue Freunde! Doch als wir losfuhren im Auto, da sah ich meine Freunde hinter mir und sah ihre traurigen Gesichter. Zu kaum oder niemanden mehr habe ich Kontakt. Letzendlich, weil wir anders geworden sind. Wir haben uns entwickelt und das nicht zusammen. Das, was uns geblieben ist, ist die Erinnerung an unsere Kindheit. 

Noch 22 Tage, dann werde ich wieder in ein Auto steigen und zu neuen Ufern aufbrechen. Mein Name wird an einem anderen Klingelknopf stehen, mein Herz wird ein neues zu Hause finden. Und wieder ist es wie damals. Ich freue mich unheimlich darauf. Endlich jeden Abend neben Sascha einschlafen. Nie wieder so lange von ihm getrennt sein! Doch schwingt irgendwo Angst mit, denn ich kann so viele Skizzen machen von unserem Leben in den nächsten Jahren, wie ich will. Mir ist klar, dass ich sie auf der Hälfte des Weges zerreißen muss. Und ich denke ich werde Heimweh haben, wenn nicht ausufernd, so werde ich bestimmte Dinge einfach vermissen. Wie das Klackern der Schuhe meiner Mutter auf dem Parkett. Der Geruch nach Chanel Nummer 5, nachem sie duschen war. Das Husten von Tine, das immer einläutet, dass sie zu Hause ist. Morgens mich mit dem Gedanken aus dem Bett zu quälen, dass ich meine Freunde in gut 2 Stunden sehen werde. Die Pausen in o.07. Den Mathe Unterricht, den ich nur überlebte, weil Marcel mich immer zum Lachen brachte, Beni mir immer half und Dany mir die Stärke gab weiterzumachen. Geschichte werde ich vermisse, weil es jedes Mal ist, wie eine Detektivjagd nach der richtigen Antwort und das gute Gefühl, wenn man sie gefunden hat. In Französisch darüber nachzudenken, wie ich meine Lehrerin am unauffälligsten umbringen könnte. Deutsch, wie ich mich immer melde als Erste und dann doch die Letzte bin, weil ich sowieso schon die Antwort kenne und ich werde es vermissen Mücke fertig zu machen. Nachmittags nach Hause kommen, gestresst von den Hausaufgaben, schon wieder lernend für die nächste Klausur und Abends dann am PC sitzen, mit Sascha schreiben oder telefonieren, mit meinen Freunden schreiben und uns sinnfreie Bilder schicken. Und dann die spontanen Aktionen. "Komm, lass mal zu Abimesse gehen!" "Ok. Wir treffen uns dann 14 Uhr am Ziegelhof!" 

Ich werde keine Menschen vermissen, denn die, die ich wirklich liebe, die werden immer da sein, aber ja, ich werde selbstverständliche Dinge vermissen. Wie Sonjas Gesicht in der Masse zu entdecken und mich zu beeilen, weil ich zu spät dran bin. Morgens Isabelle zu begegnen und mit ihr zu quatschen.

Es sind nicht die Menschen, die ich vermissen werde, sondern die Dinge, die ich nur noch eingeschränkt mit ihnen machen kann. Kontakt werde ich zu einigen wohl noch ewig haben, wie zu Daniela, die seit Jahren zu einer Art Zwillingsschwester geworden ist und mein Leben miterlebt hat. 

 Natürlich ist mir klar, dass ich andere wundervolle Dinge erleben werde. aber ich werde nicht bei der Geburt meines Neffen dabei sein. Das sind Kleinigkeiten, die einem erst auffallen, wenn es fast zu spät ist.

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich furchtbare Angst. Angst davor einen riesigen Fehler zu machen. Es passt einfach nie in meinen Kopf rein, dass mich ein Mensch so bedingungslos lieben kann. Ich habe Angst, dass unsere Beziehung das verliert, was sie am Leben erhielt. Sehnsucht, die dadurch entstand, dass wir so weit voneinander entfernt waren. Ich habe Angst, nicht glücklich zu werden. Wieder auf Menschen zu stoßen, auf eine Denkweise, die ich nicht verstehe. Mein Leben beginnt in 22 Tagen neu und ist es nicht nur natürlich, dass ich davor Angst habe? Was mich im Zaum hält, um nicht laut schreiend durch die Gegend zu rennen, ist zum einen die Tatsache, dass ich es mir gar nicht erlauben kann bei der gesamten Lernerei, die nun noch vier Tage vor mir liegt und zum Anderen ist es, weil mein Gefühl mir sagt, dass es das Richtige ist.

Ängste sind da, damit wir sie überwinden können.

Neuanfänge sind gut, damit wir wachsen können.

Erinnerungen sind gut, damit wir wissen, woher wir kommen.

Wahrscheinlich werden mir noch viel zu viele Kleinigkeiten einfallen, wenn es schon zu spät ist, aber endlich habe ich die Chance auf ein stabiles Leben, denn Sascha ist stark genug um mich zu fangen, wenn ich schwach werde. Er ist mein Fels in der Brandung geworden und die größte Liebe meines Lebens.

Irgendwie fühle ich mich wie Arielle, die auch ihre Heimat für ihre Liebe zum Land, zu einem Mann aufgegeben hat. Ich gebe im grunde das Land auf, für einen Mann und für die Liebe zum Wasser (,denn Hamburg ist ja eine Wasserstadt). 

Da ist nicht die Angst, dass ich es nicht schaffen könnte, sondern vielmehr die Angst, dass ich meine Freunde und Familie so sehr vermisse, dass ich nicht weiter machen will. 

Ob es sich lohnt alles aufzugeben für die große Liebe, für Mr. Big, das werde ich rausfinden müssen. Und wenn es sich lohnte, dann bin ich Teil einer dieser fantastischen Märchengeschichten von Mädchen, die ihre Jugendliebe heirateten und ihre goldene Hochzeit feiern. Und wenn es nicht klappt, dann habe ich wenigstens gelernt, was es heißt alles für die Liebe zu geben, was man hat. Und bedingungslos zu lieben und geliebt zu werden.

Nur die Zeit heilt Wunden, bringt Erfahrung, Erkenntnis und zeigt einem, wie wichtig die Dinge sind.

Niemals werde ich es bereuen einen meiner Freunde kennen gelernt zu haben, am wenigsten Sonja oder Daniela, die mich hoffentlich auch auf meinem weiteren Weg begleiten werden und sie zu meiner Hochzeit, meinem ersten Kind und allem, was mir wichtig ist, da sein werden, weil ihr beide dürft mein Leben nicht verlassen, sonst würde ich einfach wichtige Grundpfeiler meiner Stärke verlieren.

Das Leben besteht nicht nur aus Liebe. Sie besteht auch aus Freunden. Und Freunde sind die Familie, die wir uns ausgesucht haben. Und Familie liebt man.

Für den Fall, dass sich unsere Wege trennen, vielleicht in 22 Tagen, aber vielleicht in 2 oder 3 Monaten, dann bleiben uns die gemeinsamen Erinnerungen und die Momente leben in unserem Herzen weiter. 

Stumme Schreie

Mein Niemand wusste früher immer, was zu tun war. Komischerweise habe ich mich mit ihm niemals einsam gefühlt. Es ist manchmal sehr schwer ihn zu vermissen. Aber warum vermissen wir Dinge immer erst dann, wenn wir sie brauchen? Ich bräuchte ihn jetzt mehr, denn je. Warum? Weil es niemanden gibt, der mir hilft. Es muss so furchtbar anstrengend sein mit mir, doch wie gerne würde ich gegen die nächste Wand rennen, einfach zusammenbrechen, mich einfach umbringen, aber ich schaff es nicht und ich weiß nicht mehr, was es in mir ist, das mich zum weitermachen motiviert. Was mich jeden Morgen aus dem Bett schmeißt. Ich wünschte mir nur, sterben wäre einfacher. Immer wieder frage ich mich, was ich noch durchleben muss, was ich noch sehen muss. Reichte denn alles mit Eijna nicht? ... wie lang ich allein diesen Namen aus Angst vor den Schmerzen nicht mehr geschrieben, geschweige denn gedacht habe. Nur wegen Angst vor dem Schmerzen bleibt er mein Niemand. Es ist furchtbar, wie einsam man sich fühlen kann auf dieser weiten Welt. Ich bin am verzweifeln und niemand hört meine stummen Schreie. Nein, alle sehen sie nur das, was sie sehen sollen. Doch wer sieht das kleine Mädchen, das dort weinend in der Ecke sitzt? Nur ich höre Nacht für Nacht ihr wimmern. Schlafe jede Nacht mit ihren Tränen auf meinem Gesicht ein.

Ich war schon viel furchtbarer am Ende, als ich es jetzt bin und das ist mir auch klar. Nur warum der ganze Schmerz? Warum verfolgen mich die Erinnerungen? Warum verfolgt mich dieser Schmerz? Diese Zweifel? Warum habe ich das Gefühl nur noch untot zu sein? Es ist von mir mal wieder nichts weiter übrig, als eine leblose Hülle. Ein nichts. 

Und niemand hört den Schall, den ihre stummen Schreie verursachen. Denn stumme Schreie sind lautlos und trotzdem so voller Trauer, dass ich mich frage, warum sieht niemand das kleine Mädchen weinen? Und wenn es doch alle sehen wollen, warum kann mir keiner helfen?! Warum muss ich es immer sein, die allen HILFT?! ICh hasse es, ok? Ich hasse mir das ewige Gejammer anderer Menschen anhören zu müssen, ich hasse mich selbst, weil ich Angst davor habe alles zu verlieren, wenn ich jetzt schwach bin. Mit so viel Hass in mir will ich gar nicht leben! 

Ich will nur noch fort. Fort von allem. Alles vergessen... Alles zurücklassen. Ich halte die Erinnerungen und die Schmerzen nicht mehr aus und kein Schwein fragt mich, wie es mir geht, KEIN SCHWEIN interessiert es wie ich füle und wenn ich es erzähle, dann bin ich sowieso nur eine verwöhnte Heulsuse!!! Ich will nichts weiter als Geborgenheit und Sicherheit, aber das ist wohl das größte Gut, das man bekommen kann. Womit soll ich noch bezahlen? Was muss ich noch alles durchmachen um zu bezahlen, dass ich einmal richtig glücklich war in meinem Leben? Einmal glücklich ohne Zweifel, ohne Angst?! 

Ich will mich aus dem Fenster schmeißen und alle lachen nur darüber. Ja, verdammt, es soll einmal hier um mich gehen. Es soll verdammt nochmal darum gehen, dass ich mit nichts mehr klar komme. Ich will zerstören, ich will töten und mich selbser umbringen. Vor Tränen kann ich nicht einmal den Bildschirm erkennen und noch immer sitzen alle Menschen, die mir helfen könnten nur da und lachen und betiteln mich als Memme. 

Ich will schreien und ich kann es nicht, weil der Schmerz mir die Kehle abbindet. Denkt ihr dass es mir Spaß macht einzusehen, dass meine Mutter mich niemals geliebt hat? Dass mein Vater tot ist und es meine Schuld ist? Denkt ihr die Erinnerung daran, dass ich meine großen Geschwister im Arm hielt und töstete tut gut? 

Warum musste ich ihn dann noch sterben sehen?

Warum dominiert diese Erinnerung all den Schmerz?

Warum kann mein Herz einfach nicht brechen?! 

Oh gott, mein Jemand. Ich wünschte du würdest mein Herz brechen lassen, damit ich endlich die Feigheit finde mich umzubringen und doch schreit ein viel zu großer Teil von mir noch viel zu laut, als dass ich es wirklich wollte. Bei all den Göttern ich will doch nur dich und ich will mit dir glücklich sein, aber wenn du mein Prinz bist, warum rettest du mich nicht? Warum siehst du nicht, wenn ich stumm bin, ist es am schlimmsten? Und wenn es ausbricht zu spät? 

Warum gehört nur Schmerz zu all dem Glück? Warum gehören Zweifel zur Liebe? Und warum gehört Hass zu Schmerz und Zweifel? 

Und warum hört niemand meine stummen Schreie?

Liebe

Wenn ich heute hier sitze und zurückschaue, was sehe ich dann?

Ich sehe eine merkwürdig verrückte, ausgelassene Kindheit, die in der 5. Klasse endete und danach von Pubertät geprägt war. Dann sehe ich dort wichtige und unwichtige Menschen.

Dann kommen wir langsam in das Jahr 2008 rein. Es war Januar 2008, als sich mein Leben ändern sollte und eine neue Richtung, weiter nördlich einnahm.

Zwar haben wir jeden Tag telefoniert, geschrieben und gecamt, aber gesehen hatten wir uns dann doch erst im Mai und es war ein wunderschönes Wochenende gewesen. Niemals wurde ich von jemanden so geküsst, wie von dir, mein Traum. Deine Wärme ist perfekt für mich und mir war klar, ich wollte dich nicht einmal gehen lassen. Dann war ich in den Sommerferien bei dir. Und der letzte Tag war der 29. August 2008. Ich hatte so schlimm geweint, weil ich gehen musste, weil ich nicht gehen wollte. Du hast mir in dem Moment gefehlt, als du morgens aus der Tür warst, weil du arbeiten musstest. Traurig zog ich mich an, machte mich fertig und danach niedergeschlagen auf zum Bahnhof. Die ganze Zeit hatte ich noch gehofft, du kämst. Doch als die Uhr bereits 16:30Uhr zeigte, gab ich es auf. In gut 10 Minuten würde mein Zug fahren und du hattest gesagt, du würdest es nicht schaffen zu kommen.

Traurig schaute ich hin und her, als ich dann dein Gesicht sah. Du kamst mir viel zu langsam die Treppe hoch und in mir kämpfte ich darum, ob ich auf dich zustürme oder nicht. Es war schwierig und nur mit äußersten Willensanstrengung, blieb ich stehen. Du hast mich ohne Worte geküsst. Es fühlte sich nach allem an. Und am meisten nach Glückseligkeit für mich. Ich weiß noch, dass ich total enttäuscht war, als du aufgehört hattest mich zu küssen, um mich in den Arm zu nehmen. Diese kleinen Sekunden, bis du mir ins Ohr geflüstert hast, dass du mich liebst. Noch immer durchfährt mich bei der Erinnerung ein kleiner Schauer. 

Seitdem sind wir beide ein Paar. Also zwei und doch eins. 

Du hast mir sehr viel beigebracht und mir geholfen diesen letzten Schritt zum Erwachsen werden zu schaffen, denn ohne dich... Ohne dich wäre ich am Boden liegen geblieben und hätte mich wohl umgebracht. Diese Worte sollen dir keine Verantwortung aufbürden. Sie sollen nicht sagen, dass ich es dir verdanke. Nein.

Sie sollen sagen, dass ich deine reine Existenz brauche, um kämpfen zu können. Solange es dich gibt, gibt es auch einen Grund für mich zu leben. Einen Grund für mich um zu kämpfen für das, was ich will. Und alles, was ich will, bist du.

Also hör auf zu schwafeln, ich würde niemals um dich kämpfen, denn ich tu es jeden Tag. Kämpfe für mein Abitur, meinen Ausbildungsplatz, kämpfe um dich. Kämpfe gegen den Schmutz, kämpfe gegen die Tränen, kämpfe gegen die Depressionen, kämpfe für dich.

Diese Worte sollen dir keine Verantwortung aufbürden. Sie sollen dir klar machen, dass ich keine Liste mit 10 Punkten brauch, wo drauf steht, warum du mein Traummann bist. Du bist es nicht. Mein Traummann hat nen weißes Ross, ne Krone und nen Umhang. Er ist auch nicht so blond, wie du, denn ich steh eigentlich nicht auf blonde Typen. Er hat auch nicht die Haare so wie du oder duscht sich so wenig wie du. Mein Traummann war ein anderer. Jetzt habe ich dich und du bist so viel besser, als dieser Mann, den ich mir erträumt habe, denn er war nicht so voller Geheimnisse, wie du. Er war nicht so charismatisch wie du. Er war nicht so verspielt, so direkt, so ehrlich, so pur, so versaut. 

Also tut es mir Leid, aber du bist nicht mein Niemand.

Du bist mein Jemand.

Es ist eigentlich unglaublich und überhaupt kitschig, aber ich liebe dich jeden Tag mehr, wenn das überhaupt möglich ist. Auch habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, ob ich wirklich Kinder haben will, weil das hieße, da wäre jemand mit dem ich dich teilen müsste. Doch der Gedanke daran, dass wir beide irgendwann im Kreissaal sind, ich deine Hand zerdrücke und unsere Liebe ein Leben schenken kann oder vielleicht auch zwei. Dieses Gefühl will ich mit dir erleben. 

Oft genug hängt mein Kopf auch in den Wolken, wie in diesen letzten Worten. Ich bin schon wieder viel zu weit und genau dort setzt du wieder ein und holst mich zurück. Wenn du nicht neben mir sitzt, höre ich dich trotzdem, wie du sagst: "Mach erstma Abi und dann schaun wa mal." 

Es gibt vieles, was ich an dir ändern wollen würde, aber ich bin auch nicht perfekt und deswegen lasse ich es einfach und wenn wir beide uns mit der Zeit formen, dann ist es auch in Ordnung.

Den einzigen Wunsch, den ich nur noch für uns beide habe, ist, dass wir irgendwann unsere Vergangenheit abstreifen können. Vielleicht hebst du manche Dinge auf, aber ich denke an manch Vergangenes, wenn ich nachts nicht schlafen kann. Und nichts von beidem ist wirklich toll, aber unsere Vergangenheit hat uns zu den Menschen gemacht, mit diesen Erfahrungen, mit diesem Fundus. Nur unsere heutigen Taten definieren, wer wir sind.

Deswegen ist meine heutige Tat, dir hier zu schreiben: Du bist das Beste, was mir je passiert ist. 

Und ich meine diese Worte vollkommen ernst und werde sie niemals zurücknehmen. Wenn ich dich eines Tages hasse, dann nur, weil ich dich so sehr liebe.

Außerdem werde ich auf ewig deine Evi bleiben. Egal, was passiert.

Und du bleibst ewig mein einziger Sascha.

Ich liebe dich.

Weihnachten

Was ich nicht verstehe ist, warum so viele Menschen Weihnachten nicht mögen. Sie schieben es auf schlechte Erfahrungen, Erinnerungen. Aber ist Weihnachten nicht das, was wir daraus machen?

Mein Weihnachten bedeutet Kerzenlicht und etwas Dekoration, um die Dunkelheit zu vertreiben, die einen sonst nur depressiv macht. Vielleicht wollen die Menschen auch einfach nicht wahr haben, dass etwas Licht ihre Herzen wärmen kann. Und das, obwohl in der Physik festgestellt wurde, dass ein Quantensprung durch Bestrahlung verursacht werden kann. In dieser stressigen Zeit gibt es mir einfach das Gefühl von Ruhe und Frieden, wenn ich hier sitze und meine Kerzen um mich herum ihren unruhigen Schein von sich geben. Wenn der Lichterengel an meinem Fenster mich anlächelt und alles in ein weiches Licht taucht. Mir macht das Freude. Gerade höre ich zwar meine gesamte neue Musik an, was immerhin 3 sehr unterschiedliche Alben sind, aber es macht Spaß und das ist es doch, worauf es bei Weihnachten ankommt.

Kinderaugen strahlen nicht nur bei einem neuen Game Boy, sondern auch bei einer Holzeisenbahn, einem Schaukelpferd, einem kleinen Tante Emma Laden. Es muss nicht immer alles nur blinken und blitzen. Es sollte um Agitieren gehen und nicht um Reaktion.

Das nur mal als meine offiziele Meinung zu Weihnachten.

Denn alles in unserem Leben ist das, woraus wir es tun. Wir sollten nicht der Gesellschaft für etwas die Schuld geben, was wir selbst ändern könnten.

And so the lion fell in love with the lamb

Wieder ein leeres Blatt.

Und wieder ein Kopf voller Ideen. Voller Träume. Voller Hoffnung.

Manchmal da gibt es Zeiten, in denen man sich fragt, wohin der Weg gehen soll. Manche sehen ihren Weg so klar vor sich. Manche jagen Träumen hinterher und andere begraben ihre. Und ich?

Eigentlich sollte ich meinem klaren Weg folgen, doch so fest, wie alles vorher stand, so unfest ist es in meiner Seele. Ich habe Angst davor einen Fehler zu begehen. Diese Angst ist komplett irrational.

Bei allen Göttern, was will ich auf dieser Welt mehr als ihn? Doch was gebe ich auf und was lasse ich zurück? Was bleibt von mir? Wohin wird mein Weg gehen. 13 Jahre lang war es klar wohin der Weg ging und jetzt... jetzt ist alles im dunklen Nebel verteilt. 

Also, Wahrheit! Wovor habe ich Angst?

WAS macht mir Angst?

Zuerst sind es die Klausuren, die in zwei Tagen beginnen. Ich weiß nicht, was das für einen Druck auf mich machen wird, spätestens morgen oder vielleicht auch heute, da ich nicht schlafen kann. Ich habe Angst davor zu versagen. Wieder diese Enttäuschung zu spüren. Vor gut drei Jahren war ich so gut. Hatte solch tolle Noten und jetzt? Jetzt frage ich mich, warum ich all das noch tu? Wozu? Weswegen? Mein Ausbildungsvertrag ist nicht an ein Abitur gebunden und alles, was ich wollte, ist doch nur noch durch Zeit versetzt. 

Doch ich sollte langsam einsehen, langsam spüren, dass ich das für mich tu. Ganz allein für mich. Da ist niemand, der es von mir erwartet. Niemand, der mich dazu antreibt. Ich kann es bestimmen, wie gut und ob ich es durchzieh. Da sollte kein Zweifel in mir sein, kein innerer Druck. Ich habe mich dazu entschieden.

Es ist auch gar kein Druck, gar keine Depression, die ich mir selbst mach, wenn ich zu Hause bin und anfang zu arbeiten, dann macht es mir auch unheimlich viel Spaß, nur es macht mich so traurig eine Freundin zu verlieren. Es zieht mich so runter, dass keiner mehr weiter will von meinen Freunden und ich will sie nicht liegen lassen. Wann kapier ich endlich, dass es bei dieser ganzen Sache um mich geht? So, wie es ihre eigene Entscheidung ist aufzugeben, so sollte es meine eigene Entscheidung sein weiterzumachen.

Geht mir wirklich schon die Puste aus? Bin ich einfach nur erschöpft? Vielleicht sollte ich versuchen mehr zu planen, als ich ohnehin schon tu. Vielleicht mein Zimmer wirklich umgestalten, um einfach mal eine andere Prespektive auf die Dinge zu haben. Vielleicht ist es wirklich mein Schreibtisch der mir fehlt, an dem ich immer arbeiten konnte, der immer ein Hort meiner Ideen war und der Gemütlichkeit. Vielleicht kommt die Trägheit daher, dass ich mich andauernd im Bett rumwelze. Möglich ist es... dann sollte ich mir etwas ausdenken, um das zu behen und eine Lösung zu finden meinen Schreibtisch wieder zum Mittelpunkt meines Alltags zu machen.

Wenn es doch nur alles so einfach wäre. Aber das ist es vemutlich und ich mache einen Heidenaufstand wegen nichts!

In den letzten Tagen sollte ich mal verstanden haben, wie gut es tun kann einfach mal nichts zu sagen. Einfach nur die Stille und die Gedanken zu genießen. Nicht zu schreien, nicht aufzudrehen, sondern einfach nur zu Ruhen. Mich nicht auszupowern. Wenn meine überdrehte Art doch nur nicht meine Unsicherheit überdecken würde, die so sehr an mir nagt.

Es gibt so ein perfektes Leben in meinem Kopf, aber dieses perfekte Leben kann und wird es nicht in der Wirklichkeit geben können.

Es gibt halt für mich keine Freundinnen, die anrufen und fragen, wie es mir geht, wenn ich krank bin. Es gibt keine Freundinnen für mich, die irgendwas viel zu kitschiges für mich machen oder ähnliches. Vielleicht einfach nur mal so auf dumme Gedanken kommen und sagen: "Hey komm, mach mit. Das wird lustig."

Nein, das gab es nie für mich und wird es wahrscheinlich nie geben, denn das würde doch irgendwo bedeuten, dass ich Nähe zulasse. Ich halte Nähe nicht aus. Es ist schon schlimm genug jeden Tag Nessie zu begegnen und zu wissen, was sie über mich weiß. Die Druckmittel zu kennen. Da kann jemand kommen und mir noch so sehr weis machen, er würde es nie brauchen, aber ich kenne die Menschen. Menschen sind wiederlich. Sie betrügen und lügen, wo sie nur können. Wie oft habe ich jemanden vertraut und mein Herz an diesen Menschen gehangen? Nur, damit derjenige wieder alles zerstört? Nur damit ich wieder all meinen Glauben verliere? 

Das ist es, was ich jeden Tag in euren fragenden Gesichtern sehe, wenn es um Dany geht. Das ist es, warum ich sie so sehr schätze. Jederzeit kann ich zu ihr, ihr alles erzählen, sie weiß alles, sie kennt jeden und doch hat sie sich niemals anders verhalten. Nie war ihr Verhalten nur um einen Milimeter verschoben, nachdem ich ihr etwas anvertraute. Fisch zu Fisch gesellt sich gern. Sie ist wirklich irgendwo meine Erde, aus der ich meine Kraft schöpfe. Es ist merkwürdig, aber auch wenn wir tagelang nicht miteinander reden, habe ich nie das Gefühl dich ganz zu verlieren. Vielleicht manchmal Angst du gehst fort, aber trotzdem würde ich dich irgendwo nie ganz verlieren.

Alleine dieser Blog ist ein Hinweis darauf, dass ich Abstand halte. Ich immer nur codiert sage, was ich will, was ich denke. Jeder kann ihn lesen, der will, keiner muss, ich bin nicht dabei, wenn ihr es tut. Es ist ein Weg sein Innerstes nach außen zu kehren und gleichzeitig so viel Abstand zwischen jeden zu mir zu bringen, dass derjenige mir nicht weh tun kann.

Christina hat mich gefragt, warum ich immer wieder daran denke, was passiert, wenn Sascha und ich einmal nicht mehr sein werden. Mittlerweile kenne ich die Wahrheit. Die Angst ist da, zu tief zu fallen. Die Angst, diesmal wirklich aufzugeben, weil ich nicht einmal meinen Niemand so sehr liebte, wie ich dich jetzt liebe. Es ist die Angst, dass wir uns zu nahe kommen und doch zu weit weg voneinander sind. Ich kann es nicht besser beschreiben. Meine Gedanken und Gefühle funktionieren in Farben, Formen, Klängen in mir ab, da sind keine treffenden Wörter, um sie zu beschreiben. Ich will dir so unendlich nahe sein. So nah, wie dir noch niemals ein Mensch war und zugleich will ich eine ganze Welt zwischen uns bringen, weil ich Angst habe vor dieser intensiven Nähe. Angst davor, dass du irgendwann etwas findest, was du noch schrecklicher findest, als meine sowieso schon schlechten Charaktereigenschaften, die du niemals müde wirst zu benennen. Da ist keine Klarheit, keine Linie, was passieren würde, wenn du gehst. Für dich geht dein Leben vielleicht normal weiter, aber ich müsste wieder alles ändern, wieder neu planen und das über den Kummer hinweg und ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich weiß nicht einmal, ob ich das überhaupt wollen würde.

Du kannst rein gar nichts für jede Inkompetenz von mir eine gesunde Beziehung zu führen. 

Immer haben mich Menschen verlassen und es passt nicht in meinen dummen Schädel rein, warum du bleiben solltest? Warum bist du eine Ausnahme, wenn...

Ach es ist egal. Jetzt rechtfertige ich mich vor mir selbst. Jetzt trau ich mich nicht, das Wenn zu schreiben, wenn ich es doch schon erwähnte. Ich bin feige. Ich bin demotiviert. Alles was ich gerade bräuchte wäre eine Umarmung, die mir keiner geben kann, weil ich alle Welt viel zu weit von mir fort halte und mir auch prinzipiell Leute suche, die es auch tun. 

Andre hat dich mal ganz treffend als einsamen Wolf beschrieben und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich mich deswegen in dich verliebte. Du bist stark genug, um mich eine Weile zu halten. Du bist weit genug fort, um niemals zu sehen, was ich für ein grausamer Mensch bin... um niemals zu sehen, wie hässlich meine Seele ist mit ihren Narben und Wunden. Du sitzt auf deinem Felsen und heulst den Mond an. Wenn ich mich zu dir geselle, dann brauch ich dir nichts sagen. Nein, die Kluft zwischen und beiden ist groß genug, dass ich meinen eigenen Mond anheulen kann.

 Es ist die Angst, wenn ich nächstes Jahr zu dir ziehe, eine noch stärkere emotionale Abhängigkeit von dir zu schaffen, als sie sowieso schon da ist. Das Loch tiefer zu buddeln, als es sowieso schon ist, in das ich fallen würde. Und mit meinen Fragen will ich wissen, ob bei dir genauso ein Loch existiert vor dem du dich fürchtest oder ob es das nicht gibt. Vielleicht wünsch ich mir aus reiner Bösartigkeit, dass dein Loch noch viel tiefer ist, als meines.

Warum habe ich nur stetig so eine irrationale Angst dich zu verlieren?

Wahrscheinlich weil ich alles in meinem Leben IMMER verloren habe, das mir wichtig war. Weil ich es immer irgendwie vermasselte und ich mich mittlerweile sowieso frage, warum du noch die Geduld hast. Und ich mich frage, wie tief wohl dein Loch dann sein muss... wie tief es sein muss, dass dieser gesamte Müll darin Platz hat.

Ich wünschte du würdest nachts neben mir liegen und ich würde deine Wärme spüren. 

Ach, ich wünsche mir so belanglose, schwachsinnige Dinge von dir. Solch totalen Schwachsinn, dass ich mich selber schäme überhaupt daran zu denken. Aber damit ich endlich aufhöre diese dämlichen Fragen zu stellen und dieses Thema begraben kann in meinem Loch:

 

Ich wünschte du würdest dein Versprechen wahr machen und dich nachts mit mir auf eine Wiese legen und die Sterne anschauen.

Manchmal wach ich nachts auf, weil ich dachte das Telefon klingelt. Doch es war nur ein Wunsch. Ein total behämmerter Wunsch, dass du einfach anrufst, um mir zu sagen, dass du gerade an mich denkst. Aber nicht so oft, sonst finde ich vielleicht keinen Schlaf mehr.

 Immer wenn du mir ein Lied zeigst, dann hoffe ich, dass es schön ist und etwas zu bedeuten hat. Es wäre toll, wenn es ein Lied geben würde, das du gerne hörst, dass dich an mich erinnert. So, wie ich viele Lieder habe, die mich an dich erinnern. Ein Lied würde ja schon genügen.

Ja, um es kürzer zu fassen, ich hoffe irgendwo, dass du mich mehr liebst, als ich dich, dass du mir näher bist, als ich dir. 

Oder du mich zumindest genauso sehr liebst. 

Nie mag ich dir von meinen Sorgen erzählen, weil du einmal meintest, dass du nicht weißt, wie lange du uns beide tragen könntest. Doch ich bin müde von den Sorgen und sie werden nicht einfach weggewischt, wenn ich nächstes Jahr zu dir zieh. 

Du glaubst nicht, wie sehr es mir einen Schlag vor den Kopf gegeben hat, als ich dir heute schrieb, wegen den Schränken und du meintest: "Was soll ich mit dem Zeug?" So... so nach dem Motto, als bräuchte ich, als würde ich keinen Platz in deinem Leben zugesprochen bekommen für meinen ganzen Scheiß. Ich alleine belege ein ganzes Zimmer und ich sehe, dass ich mich minimieren muss, aber ich hoffe doch, dass dir klar ist, dass wir an deinem Zimmer etwas verändern müssen? 

Aber das wollte ich sowieso erst zum Thema machen, wenn ich einen Kopf dafür habe. Dafür habe ich nicht den Kopf. Nur erinnere ich mich daran, wie du das erste Mal in meinem Zimmer warst und begeistert davon warst, wie ordentlich und sauber alles war. Ich liebe meine Bücher, so wie sie angeordnet sind. Ich weiß aus dem Kopf in welchem Regel, welches Buch ist und es fehlt mir etwas, wenn mir ein Buch aus dem Regal fehlt. Solch merkwürdige Ticks habe ich und zu gerne würde ich z.B. meinen Zuzug nächstes Jahr dazu nutzen aus deinem Zimmer ein kleines zu Hause für uns zwei zu machen. Keine Angst, nicht alles ummodeln, aber so ein Bett und ein Bücherschrank, wären schon toll.

Jedoch ist das kein Thema, was jetzt hier und heute hingehört oder vielleicht nur teilweise. 

Siehst du unsere Beziehung als so gefestigt an, dass du dein Zimmer verändern würdest für mich? Weil ich dazu komme? Irgendwo denke ich mir nämlich, dass ich es erwarten kann, vielleicht, weil ich hier ein gesamtes Leben, meine Freunde, aufgeben werde. Ich kenne hier die Gegend und die Gerüche und ich werde bei dir von vorn anfangen müssen. Nicht, dass du mich falsch verstehst, ich tu das aus freien Stücken, nur macht es mir auch ein wenig Angst. Doch Angst muss nichts Schlimmes sein, sie ermahnt einen nur zur Vorsicht. Du glaubst nicht, wie sehr ich es will. Wie sehr ich deine Freundin sein will, die bei dir wohnt. Wie sehr ich anfangen will mit dir ein Leben zu leben. Doch so sehr mich meine Träume mit in den Himmel ziehen, so ist da ein Stein an meinem Fuß, der mich nicht abheben lässt und der heißt Realismus... Erfahrung.

Pessimisten sind enttäuschte Optimisten.

Ich bin der am meisten entäuschte Träumer, den du weit und breit finden wirst, weil ich mit meinen Träumen Menschen verletzt habe. Und weil mir jegliche Hoffnung dahingehend ausgetrieben wurde, dass Träume wahr werden könnten. 

Und dann kommst du daher und zeigst mir, dass meine Träume wahr werden könnten und bedenkst gar nicht dabei, was das für einen Umbruch in meinem Leben bewirkt. 

Du, als Realist, lehrst einem Träumer wieder hoffen. Zwar realistisch hoffen, aber ich habe wirklich gedacht, dass das Leben keinen Sinn mehr hatte mit dem Tode meines Niemands. Dass ich nur noch lebte, weil ich mich zeitig genug aus der Affäre zog und ich nur noch dazu da war um andere Menschen glücklich zu machen. Und dann kommst du auf deinem Pferd und zeigst mir, dass mit dir einer meiner größten Träume wahr werden kann.

Doch... ich will jetzt gar kein Doch lesen, hören...

Willst du überhaupt mein größter Traum, mein größtes Abenteuer sein? Ist dein Loch so tief, wie meines? 

Ich habe Angst davor wieder allein zu sein. Weil es allein grausam war. Und du verstehst es nicht, du kannst es nicht verstehen, weil du die Einsamkeit gewohnt warst, dich mit ihr arrangieren kannst. Aber ich kann es nicht. So sehr, wie ich dich wegstoße, brauch ich dich zum Leben.

Alles, was ich mir wünsche, ist nichts materielles, keine Geschenke, kein Geld, keine Wort.

Alles, was ich mir wünsche, ist die Gewissheit, dass dein Loch so tief ist wie meines. Ich will dir jeden Tag zeigen, wie tief meine Liebe zu dir ist. Weil ich hoffe, dass du irgendwann kapierst, dass ich deine Liebe brauch um mein Loch aufzuschütten. Und du all meine Liebe kriegst, um deines aufzuschütten.

Gefühlsüberschuss

Irgendwie sind da zu viele Gedanken in meinem Kopf, die alle um die gleiche Aufmerksamkeit ringen. Warum ist alles nur so kompliziert und warum bleibt die Zeit nicht stehen?

Schau mich doch an! Wann habe ich dir je verschwiegen, dass ich ein Wrack bin? Zu armseelig, um das eigene Leben zu organisieren. Aber so war mein Leben schon immer. Unorganisiert. Und wenn etwas organisiert war, dann war es nur mein Stundenplan. Aber manchmal gibt es Probleme, Krankheit o.ä. das kann man nicht organisieren. Das kann man nicht planen. 

Mir geht es nicht gut, weil ich unglücklich bin und jetzt, wo ich versuche stark zu sein, da geht es mir noch schlechter. Ich bin kein starker Mensch. Ich bin sogar sehr sehr schwach. Warum sonst sollte ich bei Liebesfilmen weinen? Weil ich keinen Abstand schaffen kann. Jedes Problem, das mir erzählt wird, wird automatisch zu meinem Problem. Es ist keine Absicht dahinter, kein Wille, sondern bloßer Automatismus. Es ist gerade mal die 2. Schulwoche und ich fühle mich so ausgelaugt und immer wieder hackt alles nur auf mir rum, weil ich nicht perfekt bin. VERDAMMT! Schau mich an. Ich kann nicht perfekt sein. Ich will es doch gar nicht. Allen wird ihre Macke, ihre Marode, gelassen, nur ich, ich muss perfekt sein und wenn ich nicht funktioniere, dann bricht alles über mich herein. Ich will nicht aufstehen, wenn du nicht neben mir liegst, weil der Grund mir fehlt. 

Schon so lange sage ich immer wieder: "Ich kann nicht mehr." Warte nur bis der Druck von mir fällt und man kann mich vom Boden auflesen. Ich bin kein Kämpfer, kein Schöpfer, kein Weltbeweger. Ich möchte einfach nur Evi sein. Ich will Evi und Sascha sein. Und immer wieder denke ich: Bald, bald. Ich packe das und dann kann ich endlich glücklich sein, so wie ich es diese 7 Wochen war. Doch spüre ich, wie dieser Fehler der Beeinflussbarkeit meine Seele vergiftet. Wie ich versuche kalt zu wirken und doch merke, dass meine falsche Rüstung splittert und sich in mein Herz bohrt.

Egal was noch kommt.

Egal was du sagst.

Auch wenn du jetzt schweigst.

Ich weiß ich habe versagt.

 

Wie kann ich mich nur stark machen? Imun gegen diesen Stress, diese Ausgelaugtheit? Ich will nicht mehr kämpfen. Das kämpfen war mir schon immer zuwider. Ich möchte jetzt schlafen. Seelig schlafen und von dir träumen. Du fehlst mir sehr, auch wenn du irgendwie da bist, nur fehlt mir die Geborgenheit deiner Nähe. Vieles matert mich und vieles davon verstehe nicht einmal ich... . Was soll ich nur tun? Ich möchte zu dir und meinen Frieden finden. Die Welt soll mich in frieden lassen. Du bist der Engel, der mir den Frieden bringt. Und ja, vielleicht ist das einer von vielen Gründen, weswegen ich dich liebe und verehre. 

Schau mich an und sage mir

dass alles mit uns wird

Schau mich an und sage mir

Nur du. Nur du.

Ich liebe dich.

 

Mein einziger Sascha.

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