Traumlos... Ziellos

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Eine Liebeserklärung

Hattest du das schon einmal? Warst du schon ein einziges Mal in dieser Situation? Hast du je so gefühlt? Warst du je so im Rausch? Hast du jemals so gelebt?

Jemals so geliebt?

Mein Herz ist an einem andern Ort.
Es schlägt nicht mehr bei mir.
Es bleibt doch viel lieber nur bei dir.
Gib mir nur ein einzigst Wort.

Meine Seele friert nicht mehr.
Es ist heiß in meinem Innern.
Das Feuer, was zuvor nicht mehr war als ein Flämmchen,
lodert nun tief in meiner Seele.
Dank dir, der du es entfachtest.

Schau mich an.
Sag mir, du liebst mich.
Sag mir, du verlässt mich nimmermehr.

Mein Körper sehnt sich nicht mehr,
nach einem Schatten in der Ferne.
Mein Körper sehnt sich nur nach dir.
Mein Körper will nur deinen spüren.
Mein Körper kann nicht mehr ohne dich leben.

Schau mich an.
Sag mir, wir bleiben ewig zusammen.
Sag mir, wir sind füreinander geschaffen.

Niemals entbrannte mein Herz in solch einer Liebe.
Niemals zerran mein Körper in solcher Sehnsucht.
Niemals stöhnte meine Seele so voll Energie.

Schau mich an.
Dann sag ich dir, du bist mein
Lebenselixier.

Ein Brief an Simon

Ich beginne meine Geschichten schon nicht normal. Habe mein Leben nicht normal begonnen. Was ist schon normal?

Nun beginnt hier der Brief an dich, Simon. Ein Brief, mit dessem Ende ich hoffe klarer zu sehen. Mit dem ich hoffe mir all die Gefühle, die ich habe endlich von der Seele zu schreiben. Ein Brief, mit dessem Ende ich hoffe, dass du mich besser verstehst.

Du warst schon so früh in meinem Kopf.
Mit einem bitteren Geschmack auf der Zunge gestehe ich mir selber ein, dass ich mir oft vorstellte abends in deinen Armen zu liegen. Nachts, wenn ich nicht schlafen konnte. Es war besser, als sich in den Schlaf zu weinen.

Du warst wie ein erfrischender Regenschauer für mich.
All die Aufmerksamkeit, die du mir schenktest. All die Zärtlichkeit und Leidenschaft, die du mir entgegenbrachtest. Du hast mir nicht nur gezeigt, dass ich mich danach verzehre, sondern dass ich es auch verdient habe.

Noch bevor ich es geschafft hatte, mich von Sascha zu trennen, bedauerte ich es so tief, dass wir beide uns nicht früher getroffen haben.
Niemals hätte ich es geschafft dich so auszunutzen. Ich wäre bereit gewesen zu dir zu ziehen. Wir hätten es sicherlich alles geschafft. Nicht viel gehabt, doch einander. Dein atemberaubender Geruch wäre mit meinem verschmolzen, wäre unser Geruch geworden. Wenn du hättest lernen müssen für deine Prüfungen, hätte ich dir was zu essen gemacht, hätte mich um dich gekümmert. Zusammen hätten wir vielleicht sogar ein Haustier gehabt. Einen Vogel, eine Schildkröte... irgendetwas, an dem ich nicht sterben würde.
Wir würden uns darüber streiten, wer den Käfig sauber macht. Würden uns über das Putzen und Aufräumen streiten. Doch du müsstest nur sanft über meine schwächste Stelle streichen und ich wäre wieder ganz dein zahmes Kätzchen.

Doch das ist ein Traum. Um es mit deinen Worten zu sagen:
"Es ist ein Traum, in den ich mich gerne hineinfallen lasse. Doch sehe ich nicht, dass es erstrebenswerter ist, als das, was ich habe."

Das Merkwürdigste an Frauen ist wohl, dass sie sich alles so genau merken können. Jeden deiner Sätze saugte ich auf, puzzelte ich auseinander, wieder zusammen und schrieb ihn 100 Mal innerlich auf.
Ich fürchte so viele Gedanken hätte ich mir über all das nie machen dürfen.

Ein Traum wäre es, mit dir zusammen zu sein. Mit dir zusammen zu leben. Jeden Tag aufs Neue neben dir aufzuwachen.

Zwar bin ich der Überzeugung, dass man Träume haben sollte, doch sie müssen nicht wahr sein, damit sie uns Hoffnung geben.

Schönere Gefühle, die ich habe, nanntest du es. In diesen unendlichen Momenten, in denen du mir in die Augen schautest, dachte ich, dass du viel Schönere hast, als ich.
Nie hat mich jemand so angeschaut und dabei meine Gedanken gelesen. Ich dachte immer ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Doch du konntest in mir lesen, wie einem Taschenbuch.
Ich habe dein Herz schlagen hören. Warum nur glaubte ich, dass es sich ebenso anhört, wie meines?
Wie konnte ich, NEIN! Wie kann ich so viel fühlen und du nicht?

Mein Traum, ist ein Traum.
Doch diese fünf Tage, die wir miteinander verlebt haben, waren es nicht. Sie waren real. Du bist real.
Verdammt Simon! Tu es mir nicht an. Geh nicht du auch noch.
Alle, die so weit gekommen sind bei mir. Alle, die so viel über mich wussten, sind gegangen. Freiwillig oder unfreiwillig.
Als ich bei dir war, vergass ich Adam, vergass ich meine Trauer. Einmal funktionierte das weglaufen, weil du mit mir gegen die Tür drücktest, hinter der meine Probleme rasten vor Wut.

Als du mich in den Arm nahmst, fühlte ich mich das erste Mal nicht schwer vor Problemen, sondern fühlte mich zerbrechlich. Fühlte mich, als wärst du der Stärkere von uns beiden.
Da! Diese Hoffnung schon wieder, die mir einredet, dass du es bist, weil du dir all diese Gefühle verbietest, die ich nicht unterdrücken kann.
Die Vernunft hält dagegen. Warum solltest du auch gelogen haben? Du hälst ein Leben mit mir nicht als erstrebenswert.

Wie kann ich so für dich empfinden und du rein gar nichts?
Wie kann das überhaupt funktionieren?`
Vorallem, da du es doch warst, der mich in den Arm nahm! In Ordnung, ich habe mich an dich gelehnt. Aber als du dich bewegt hast, rutschte ich auch wieder von dir weg, doch du zogst mich an dich ran.
Du hast mich geküsst.
Noch immer schwirrt mir deine Stimme in meinem Kopf herum, in der Nacht, als du mich das erste Mal berührt hast. Deine Berührungen brannten sich in meine Haut.

VERDAMMT! Ich empfinde solch starke Leidenschaft für dich! Ich würde dir bis an das Ende der Welt folgen! Würde alles für dich tun, wenn es dich glücklich macht.
Würde mich aufgeben, damit du glücklich bist.
Doch gleichzeitig schreit alles in mir, dass ich das doch nicht tun kann! Dass ich doch meine eigene Frau sein muss. Stark, unabhängig. Jedoch kenne ich mich. Eigentlich will ich nicht immer stark sein müssen. Will nicht immer unabhängig sein. Wie in den Momenten, in denen ich in deinen Armen lag, möchte ich beschützt werden. Vor der Welt, vor den Schmerzen, vor der Trauer.
Dein Lächeln ließ mich wieder hoffen, dass es da draußen Hoffnung und Glück gibt. Vielleicht sogar für mich.
Dich in meinem Leben zu haben, brachte mich wirklich davon ab weiter an Selbstmord zu denken.
Und gleichzeitig bringt es mich jedes Mal näher an den Abgrund, wenn ich meine innere Schallplatte anstelle, um mir immer wieder anzuhören, was du sagtest. Dass du mich nicht lieben würdest, niemals. Dass ein Leben mit mir nicht erstrebenswert ist. Dass du tief in dich hineingehört hast, doch da nichts war. Du hast dieses Verlangen, diese Gefühle nicht für mich.

Deswegen erhälst du diesen Brief niemals. Weil ich dich mit all diesen Gefühlen an die Wand drücken würde. Und ich kann es nun verstehen. Mit etwas Abstand sehe ich besser.
Ich fürchte, dass du gehofft hast solche Gefühle für mich entwickeln zu können.
Aber es nicht konntest, weil ich dich zu sehr bedrängte.
Das ist auch der Grund warum ich mich momentan nicht melde. Auch wenn ich jedes Mal den Chat offen habe, wenn ich sehe, dass du online bist. Würde gerne so viel schreiben. Würde dir so gerne von meinem Tag erzählen. Würde dir gerne meinen kleinen Umbau zeigen. Würde dich gerne wieder lachen hören.
Doch was bringen mir all diese Gefühle, wenn du sie nicht empfindest? Genau, nichts! Sie machen mich nur traurig.

Und wobei sich ein eisiger Griff um mein Herz legte, war der Moment, als mir klar wurde, dass du Recht behalten wirst. Ich werde immer ein Teil von dir, ein Teil deiner Geschichte sein. So wie du es auch für mich bist. Doch werde ich zu der dummen kleinen Schlampe werden, mit der du zum ersten Mal gevögelt hast, ohne etwas für sie zu empfinden.
Du dagegen wirst ein Traum bleiben für mich. Eine meiner Seifenblasen, die so schillernd und groß war. Die Enttäuschung, dass sie zerplatzte ist umso größer.

Nun habe ich dich ebenso mit Schlamm beschmiert, mit Dreck beschmiert, wie ich es bin. Du warst vor mir reiner, unverdorbener.

Das ist mein Innerstes. Mein Herz, das ich dir anbiete, dir offen präsentiere. Dir am Liebsten schenken würde.

Und ich weiß mit 99%iger Sicherheit, dass du es ablehnen würdest. Der 1% ist die kleine romantische Fistelstimme in mir, die sich noch immer wünscht, dass du plötzlich vor mir stehst, mich in den Arm nimmst, mich küsst und sagst, dass du bei mir bleiben willst.
Eben ein Traum.
Wir haben zusammen geträumt, Simon. Und du bist vor mir aufgewacht. Dann musste ich es eben auf die harte Tour lernen.

Hinzu kommt, dass ich meine alten Einträge in diesem Blog gelesen habe, über die Zeit, in der ich mit Sascha zusammen kam. Die gleiche Hoffnung, große Gefühle. Ich will dir nicht verschweigen, dass ich ihn vermutlich noch immer lieben würde, wenn... Wenn eben. Doch es ist nicht so, dass dieses "Wenn" das Wahrscheinliche ist, sondern die Realität. Er hat mich ausgenutzt. Mich auf die Grundfesten abgebrannt. Ich war seine Stufe, damit er sich weiterentwickeln kann.

Ich war so unglücklich zuletzt, dass mir das Atmen schwer fiel. Ich hatte solche Panik, dass ich sterben würde. Hatte solche Panik nicht mehr perfekt zu sein! Nicht mehr zu funktionieren. Alles war mir einfach zu viel. Und dann kamst du.
Ehrlich gesagt habe ich jeden Abend versucht bei FF online zu sein, in der Hoffnung, dass du oder alternativ Vivi online seid. Mein Ausbruch aus dem Alltag, mein Fliehen vor den Sorgen. Einfach nur wieder lachen.
Solch einfache Dinge, die mir so viel mehr gaben.
Du warst einfach meine Marzipantorte geworden. Ein Traum.
Ein Traum, den ich versuchte in die Realität zu ziehen. Doch dieser hielt der Traum nicht stand. Die Seifenblase platzte.

Ich weiß, dass du mich nicht vermisst. Und wenn du es tust, dann sicherlich nicht so, wie ich dich.

Worauf ich hinaus wollte:
Die Realität, die Vernunft in mir weiß, dass die Chance groß ist, dass ich all das nur für dich empfinde, weil ich es empfinden will. Weil ich mich danach sehne so geliebt zu werden. Weil ich mich nach einem Mann sehne, der mir auf die Stirn küsst.
Wie real sind also die Gefühle für dich?
Und meine ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht.
Das kann nur die Zeit zeigen.
Und bis zu diesem Zeitpunkt werde ich warten. Werde sehen, ob in einigen Monaten noch immer meine Gefühle so sind für dich, wie sie jetzt sind.
Auch wenn das nichts an deinen Gefühlen ändert. Wenn ich weiß, dass meine Gefühle echt sind für dich, dann werde ich all meinen Mut zusammen nehmen, um es dir eines Tages zu sagen.
Wenn sie es nicht sind, dann haben wir genau den richtigen Weg genommen.

So oder so. Unser momentaner Abstand ist das Richtige, glaube ich. Auch wenn ich liebend gerne die ganze Zeit mit dir schreiben und reden würde. Da scheint es in mir genug zu geben, damit ich es sein lasse. Und ich bin auch ohne dich glücklich.

Mein Schemel steht auch auf drei Beinen gut und sicher.

Trotzdem werde ich nicht aufhören zu träumen. Denn meine Träume, Simon, kannst auch du mir nicht nehmen.
Ich bete dafür dir eines Tages nochmal in deine wunderschönen Augen zu sehen. Noch einmal von dir in den Arm genommen zu werden.

Bis dahin, werde ich versuchen mein Herz wieder zu vereisen.
So wie es war, bevor du kamst.

In ewiger Loyalität,
Eva

Überschäumende Gefühle

Die vergangenen Tage habe ich viel nachgedacht und habe an meinem Liebskummer gearbeitet. Wie es mir klar war, dass dieser Mann mir mein Herz brechen würde... Warum habe ich mich trotzdem darauf eingelassen?
Ich konnte mich dagegen stemmen, wie ich wollte. Der Gedanke an diese tiefen grünen Augen mit dem braunen Kranz um die Iris herum, lässt mich einfach schwach werden.
Habe mich mal wieder einem Traum hingegeben. Er hat oft genug gesagt, dass er absolut nichts für mich empfindet.
Aber warum hielt er mich dann so im Arm? Warum sagte er mir dann, dass er es toll findet mich im Arm zu halten, weil er dann das Gefühl hat mich beschützen zu können? Warum wollte er mich nicht gehen lassen, als ich musste? Warum hat er fast geweint, als ich ging?
Und dann versuche ich wieder etwas mehr Abstand zwischen uns beide zu bekommen, weil ich spürte, wie er sich zurückzog und seine Antwort:
Du wärst sowieso nur gegen eine Mauer gelaufen.
Nett.
Ausgesprochen umsichtig.
So sehr es die Wahrheit sein sollte, umso mehr schmerzt es. Ich fühle mich, als hätte er mich benutzt, um ihn zu verderben. Der folgende Gedanke durchfuhr mich heute, wie ein kalter Schauer.
Er hatte gesagt, dass ich immer ein Teil von ihm sein werde, weil wir Sex hatten.
Ja, ich werde immer die sein, die er als erstes Mal gevögelt hat ohne etwas für sie zu empfinden.
Großartig.
Klasse.
Heartbreaking.
Vollkommen unabhängig davon, ob ich ihn liebe oder nicht (denn ganz ehrlich: Ich weiß es einfach nicht), tut es nur unendlich weh.
Als ich ihn kennen lernte, war er so rein und unverdorben. Nun mit dem Gedanken leben zu müssen, dass ich so etwas Reines so verdorben habe, bricht mein seelisches Rückgrat.
So etwas Reines, wie ihn, hätte ich wohl auch niemals verdient. Ich fühle mich verdorben, dreckig... Ich fühle mich benutzt und weggeworfen.
Normalerweise war ich es, die stets die Menschen nur benutzt hat, die sich nie eingelassen hat auf eine zu tiefe Bindung. Vorallem nicht, nachdem Adam fort war.
GOTT! Er weiß so verdammt viel über mich. So vieles, was ich mit ins Grab nehmen wollte. Ich fühle mich ausgenutzt und verraten und gleichzeitig unendlich verliebt und unendlich traurig.
Bei ihm zu sein, war so einfach. Sein Lächeln, sein Geruch, das Gefühl seiner Haut. Er war nach all den Jahren mit Sascha, der meine Liebe kategorisch ausnutzte und zerstörte, immer noch die beste Wahl, die ich treffen konnte. Denn ich habe ihm vertraut.
Habe mich einmal so gehen lassen, wie ich es zuletzt bei Adam tat.
Ich wünsche mir so sehr, dass es nun vorbei ist. Dass mein Herz nun endgültig erfroren ist und niemand mehr es auftauen kann.
Diese leise Stimme in mir, die noch immer auf ein Happy End hofft, stirbt von Tag zu Tag.
Nur heute, als er schrieb (denn wir hatten uns nach den oben genannten Satz gestritten, denn nur ein einziges Mal wollte ich meine Gefühle nicht runterschlucken!), da machte mein Herz einen Schlag weniger.
Seinen Namen zu lesen, die ersten Worte seiner Nachricht.
Warum hat er solche Macht über mich?
Ich könnte damit leben, dass er mir ein Halsband umlegt, mich als seine persönliche Sklavin hält. Diese Art der Loyalität und Zuneigung ist so neu für mich, dass ich selber davor zurückschrecke.
Ich will gar nicht mit ihm zusammen sein.
Ich wünsche mir so sehr, dass er glücklich ist! Aber mit solch einem kaputten und dreckigen Wesen, wie mir, wird er es niemals können.
Zudem trennen uns beide so viele Kilometer Hamburg - Nürnberg... .
Und dann höre ich wieder diese leise Fistelstimme in mir, die mir zuraunt, dass Liebe jede Entfernung überwindet. Dass ich doch nicht vergessen soll, dass ich auch nach 9 Jahren noch immer Adam liebe.
Obwohl die Liebe nachweislich sehr einseitig ist.
Deswegen baue ich nicht darauf, dass meine Liebe zu diesem Mann weniger wird, wenn wir keinen Kontakt haben. Ich fürchte, dass es für mich von Tag zu Tag schlimmer wird. Weil es meine Buße ist mich selber damit so lange zu quälen, bis es nicht mehr schmerzt. Bis ich nicht mehr weinen muss... .
Auch jetzt laufen mir die Tränen über das Gesicht.
Bei dem Gedanken daran, dass er meine wahren Gefühle für ihn niemals erfahren wird.
Bei dem Gedanken daran, dass ich niemals die Chance haben werde, um ihn glücklich zu machen.
Bei dem Gedanken daran, dass er dort draußen ist und lebt und nicht das gleiche empfindet.
So versuche ich also diese Fistelstimme in mir mit Vernunft niederzuringen.
Gerade einmal 2 Monate bin ich von Sascha getrennt. Wir sind noch immer VERHEIRATET! Und sowieso ist Liebe momentan ein furchtbar empfindliches Thema für mich.
Habe ich mich nur in ihn verliebt, weil er da war?
Ich kenne die Antwort nicht. Ich bin nicht ehrlich genug zu mir selber. Versuche mir einzureden, dass da schon früher mehr war.
Was ich nicht verneinen kann, ist, dass seitdem wir uns kennen, wir uns stets umkreisen. Wir hatten zwar immer mal ein oder zwei Wochen keinen Kontakt zwischendurch, aber einer von uns beiden hat immer wieder den Kontakt aufgenommen.

Heute musste ich auch daran denken, dass ich ihm in einem Game zum Valentinstag solch ein halbes Herz geschenkt hatte. Zusammen mit meinem, musste man sich nur clever zusammenstellen. Und er hat es tatsächlich versucht gehabt... Sascha dagegen hat die Dinger gleich weggehauen.
Das ist eine von diesen Kleinigkeiten, weswegen ich nicht von ihm ab kann. Ich habe ihn so leidenschaftlich und zärtlich erlebt. Nun bin ich so süchtig danach.
Doch habe ich selber Angst davor nur deswegen nach ihm süchtig zu sein, weil ich eben immer ein Teil einer Partnerschaft war. Definiere ich mich so stark über eine Beziehung?
Ich denke nein. Doch ist mein Problem wohl die Einsamkeit.
Also habe ich mich in ihn verliebt, weil ich einsam bin?
Diesen Gedanken hatten wir vor Monaten schon einmal diskutiert gehabt. So ist die Befürchtung naheliegend, dass es sowieso nur begann, weil wir beide einsam waren... .
Wenn ich ihn nochmal kennen lernen könnte, würde ich anders anfangen. Wäre zaghafter, wäre freundschaftlicher.
Doch was passiert ist, zwischen uns, lässt sich nicht einfach wieder streichen.

Ich sehne mich nach diesem Gefühl, das ich hatte, als ich in seinem Arm lag.
Dieses Gefühl der Geborgenheit, Sicherheit und Wärme.
Vermisse seine Stimme und sein Lachen.
Mir ist der Sex vollkommen egal, auch wenn sich mein Körper nach dir verzehrt. Doch einfach nur in deinen Armen zu liegen, ist so viel mehr Wert.

Du hast mich so tief berührt. Bist bis auf den Grund zu mir getaucht. Und nun habe ich das Gefühl, dass du nie da sein wolltest. Dass es nur ein Unfall war. Eine Dummheit, Torheit, ein FEHLER!
Gott, ich bin ein einziger Fehler!

Warum erlöst man mich nicht von diesem tiefen Schmerz?
Wieder hat mich jemand so tief berührt und er geht. Wie hässlich muss ich innerlich sein, dass alle, denen ich mein Inneres preis gebe, gehen?

Sascha hat die Eva geliebt, die ich gespielt hatte. Die perfekte kleine Eva, die alles macht. Aber er hat nie mich geliebt.
Doch wer bin ich?
Ich bin eine Mischung aus so vielem. Ein Teil von mir ist diese perfekte Eva. Ein Teil von mir ist die Arbeits-Eva. Ein weiterer Teil ist die Faule-Eva. Die Melancholische. Die Depressive.
Doch das Fundament wird für immer Aijnomeain sein... .

Mein Leben scheint einem Traum gleich. Wache ich, wenn ich schlafe? Schlafe ich, wenn ich wache?
Warum gehen immer die Menschen, die mich so tief berührt haben?
Warum habe ich es nicht geschafft seine Seele zu berühren?

Tiefe Trauer... tiefer Zweifel...

Am Ende gehen sie alle.
Am Ende bin ich immer allein.

Tiefe Ironie

Schreiben war doch schon immer mein Ventil. Erinnere mich zu gut wie ich stundenlang früher in meinem Zimmer saß, um zu schreiben. Die Buchstaben auf dem Papier, die Tinte, die sich in das Papier brennt, wie die Gefühle in meine Seele. All die Jahre hatte ich Angst davor mich von Sascha zu trennen. Dachte ich würde tief fallen, weil er nicht mehr da wäre. Doch jetzt habe ich mich von ihm getrennt. Empfinde seine Nähe als ekelerregend. Der Gedanke, dass er mich berührt hat, lässt mich würgen. Mir wird klar, dass er mich nie berührt hat, das tiefste meiner Seele. Versuche mich dahin zurückzuziehen. So wenige erreichen mich in dieser Tiefe. Und dann kommt er in mein Leben. Wieder ein Mann, der mein Leben erschüttert mit dieser unschuldigen, friedlichen Art. Sein Geruch hat mich fast umgebracht. Jede seiner Berührungen war für mich, wie Balsam. Als ich bei ihm war, war ich wirklich glücklich. Ich habe sogar Adam vergessen... musste nicht zwangsweise an ihn denken. Welch tiefe Ironie das Schicksal für mich bereit hielt, hätte ich niemals erwartet. Die Trennung von Sascha ist schmerzhaft, für ihn. Für mich passierte es bereits in den letzten Monaten. Ich berichte gerne davon, weil es mir nochmal klar macht, dass ich das Richtige getan habe. Davon bin ich tief überzeugt. Der Gedanke daran, dass ich es geschafft habe, lässt mich freier atmen. Er hat mich immer stärker an diesen Mann von damals erinnert. Der einzige Mann der mich fast gebrochen hätte, wenn Adam nicht da gewesen wäre. Geschichte scheint sich zu wiederholen. Nur mit dem Unterschied, dass Adam mich ansah, die Welt stehen blieb und er es genauso empfand. Nun spüre ich wieder diese Reinheit, doch er empfindet so nicht. Spüre diese tiefe Vertrautheit, doch er nicht. Will ich es nur spüren? Will ich nur, dass es so ist? Es ist, als würde er mir zeigen, was kaputt ist in mir. Er gibt mir die Stärke mich wieder aufzubauen. Dafür will ich ihn lieben, doch kann ich es nicht. Nicht nur, weil er es komplett verneinen würde und ich damit den Menschen verlieren würde, der mich in den letzten Wochen so viel weiter gebracht hat, als ich allein in den vergangenen 7 Jahren kam, sondern auch, weil ich keine Liebe für ihn empfinde. Welch merkwürdiges Gefühl sich jedoch in mir ausbreitet, wenn ich an ihn denke. Vielleicht haben wir uns in einem unserer früheren Leben gekannt? Ich bin verliebt in ihn. Oder vielleicht doch verliebt in all das, was er mir geben kann? Ich bin so verwirrt. Ich will bei ihm sein, in seinen Armen liegen, doch gleichzeitig wünsch ich mir, dass er diese Zärtlichkeiten mit jemanden teilen könnte, der nicht so kaputt ist, wie ich. Ich verstehe einfach nicht. Diese Gefühle sind mir so fremd. Wenn ich jemanden geliebt habe, dann wollte ich ihn stets nur für mich. Doch ihm würde ich so gerne jemanden wünschen, der ihm all das geben kann, was er mir gibt. Wünsche ihm das Glück, das er mir gibt. Ich würde ihm bis an das Ende der Welt folgen. Womit hat er sich diese tiefe Loyalität nur verdient? Er hat mich berührt. Mich so tief berührt. Mit ihm habe ich das Gefühl etwas vollständiger zu sein. Und weil ich all diese Gefühle habe, will ich einfach nur, dass er glücklich ist. Und weil ich all das so dringend brauche und weil ich nun die Kraft habe zu sehen, wie kaputt ich bin, weiß ich, dass ich es ihm nicht geben kann. Tiefe Überzeugung ihn nie wiederzusehen brennt sich in mein Herz. Der Abschied war so kurz und fühlte sich nach einem Lebewohl an. Nun sitze ich hier allein mit all diesen Gefühlen. Weine. Warum er? Warum, Schicksal, tust du mir das an? Du sendest mir jemanden für den ich so empfinde, wie ich für Adam empfand, doch er... er empfindet nichts in der Hinsicht für mich... . Das ist so unendlich grausam. Und die Ironie daran ist wohl dieses Dreieck, das sich bildete... Sascha empfindet tiefen Liebeskummer, wegen mir. Und ich wegen diesem Mann... . Ich empfinde keine Reue, was die Trennung von Sascha anbelangt. Die Welt ist bunter. Ich habe nicht erkannt wie tief unglücklich ich war. Habe überlebt. Doch mir blieb im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. Er hat mich ausgebrannt. Habe alles gegeben, was ich konnte. Ich wollte doch nur, dass er glücklich ist... doch mein Herz hing an Adam... . Ich hörte seine Stimme, spürte seine Nähe in den Nächten, in denen ich rastlos durch die Wohnung streifte. Ich träumte von ihm. Von seiner Nähe und seiner Wärme. Abends lag ich oft einsam auf meiner Seite des Bettes. Zärtlichkeit gab es zwischen Sascha und mir nicht mehr. Dann schloss ich die Augen, um die Tränen zurückzuhalten, ob dieser Einsamkeit und erinnerte mich daran, wie ich in deinen Armen lag, Adam. Erinnerte mich an die wenigen ruhigen Nächte, die wir gemeinsam verbrachten. Erinnerte mich an deine Berührungen, die meine Seele erschütterten. Mein Herz brach in den vergangenen Monaten immer mehr. Doch erst der Streit mit Sascha brach es vollständig. Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Fühle mich rastlos, ziellos. Und dieser Mann zeigte mir so sehr, dass ich mehr verdient hatte. Dass ich es verdient hatte geliebt zu werden. Sascha liebte nur das, was ich für ihn tat, aber nie mich. Welch bittere Erkenntnis... Ich sehne mich nach diesem Mann. Würde ihm bis zum Mittelpunkt der Erde folgen. Würde ihm folgen, wenn er ein blutrünstiger Dikator wäre... diese unerschütterliche Loyalität ist wohl das Einzige, was ich ihm geben kann. Nur Adam erfuhr zuvor diese Art der Gefühle. Die Parallelen sind erschreckend... . Er ist nicht Adam. Und das ist gut so. Ich vergleiche sie beide nicht, konkurrieren nicht miteinander. Dieser Mann ist als Individuum interessant, lebendig, fesselt mich. So wie er ist. Nichts was er tut, nichts was er für mich tut. Er als Mensch fasziniert mich. Und als ich vergangene Woche das erste Mal seinen Geruch einatmete, rastete diese Loyalität ein. Ich folge dir bis an das Ende der Welt und darüber hinaus. Mich bringt es an den Rand der Verzweiflung, dass ich es nicht sein werde, die an deiner Seite ist, als deine Partnerin. Ich verliere mich wieder selber. Ich will alles tun, damit wir nicht das verlieren, was wir haben. Bitte, lass es uns nicht verlieren.

Geschichte wiederholt sich

Gefangen in einer ewigen Zeitschlaufe, so fühle ich mich.

Immer wieder begegne ich dem gleichen Typ Menschen. Es gibt so wenige Ausnahmen, die wirklich aufregend, intelligent und interessant sind. So viele scheinen so flach. Wie sagte ein guter Freund? "Den tiefen Teller haben die wohl nicht erfunden." 

Mein Leben läuft momentan im Vorspulmodus und ich fühle mich verloren.

Wenn es ganz still ist, dann spüre ich die Ketten, die mich wieder hinunterziehen. Ob dieser Schmerz wohl jemals enden wird? Ob ich es jemals schaffe darüber hinweg zu kommen?

Ich hatte mit ihr geschrieben. Jetzt ist es genau ein Jahr her.

Sie hat nicht zugehört.

Sie warf mir vor alles verraten zu haben.

Sie warf mir vor sie allein gelassen zu haben.

Sie hat bis heute keine Ahnung, dass er fort ist. 

Dieses Gewicht legt sich auf meine Brust, macht das Atmen schwerer.

Wie sehr sehne ich mich nach Erlösung, nach Vergebung. Vielleicht saß ich deswegen so oft in der Kirche und starrte apathisch auf den Altar. 

Ich sehne mich nach Vergebung. Ich sehne mich nach Erlösung. Kein Scharfrichter dieser oder jener Welt könnte mich so geißeln, wie ich es mir selbst antu. Ständig erinnere ich mich selbst an jeden Moment, der so schrecklich weh tut. Ständig reiße ich die Wunden wieder auf.

Weil ich Angst habe alles zu vergessen.

Ein Teil von mir will es ruhen lassen, doch ein anderer will es künstlich am Leben erhalten.

Ich fühle mich, als würde ich nochmal dort stehen, das ständige Piepen in den Ohren. Den Geruch des Desinfektionsmittels in der Nase. Das stetige Geräusch der Beatmungsmaschine.

Alles läuft in Zeitlupe in meiner Seele ab.

7 Jahre.

All die Zeit quäle ich mich schon selber, geißele ich mich für jeden Menschen, den ich verletzt habe und foltere ich meine Seele. Ich hatte dich nicht verdient. Ich war zu schlecht für dich und nun musstest du dafür büßen.

All die Gespräche, die ich geführt habe, all die Menschen, die mir Gefühlskälte vorwarfen, nur weil sie nicht sahen wie ich weinend im Bett lag, nächtelang, und nur weil sie nicht sahen wie ich versuchte zu dir zu kommen... so oft. Nur weil sie die Narben nicht sehen. Mein Herz fühlt sich noch immer gebrochen an. Doch langsam finde ich mich damit ab, dass ein Teil wohl auf ewig fehlen wird.

Der Gedanke, dass es dich begleitet, egal wo du jetzt auch sein magst, ist fast tröstlich. 

Aber das Schicksal, die Götter, töteten meine Seele. 

Unsere Bestrafung, Romeo, ist wohl die ewige Verdammung. Wir werden wohl ewig nacheinander suchen müssen, doch wie süß ist die verbotene Frucht? Warum nur ist es die Lerche und nicht die Nachtigall, die für uns sang? Warum hatten wir nicht mehr Zeit? Warum hast du mir nicht die Wahrheit gesagt?

Immer und immer wieder gehe ich in Gedanken alles durch. Martere meine Seele mit Erinnerungen an dich. Du hast mich gefragt, was ich tun würde, wenn dies unser letzter Tag sei. Bis heute kenne ich die Antwort nicht.

Es sollte niemals solch einen Tag geben.

Die Dunkelheit verschlingt mich. Wenn es für mich einen Weg gäbe mich zu rächen für all den Schmerz, wenn es einen Weg gäbe dich zurück zu bekommen, würde ich ihn gehen. Egal, was ich tun müsste, wenn nur du am Ende stehen würdest.

Ich wurde herumgeschubst, verachtet, getreten, verprügelt, missachtet, geächtet, ausgelacht. Die Dunkelheit wirkt so tröstlich. 

Wieder stand ich dort. Dieses Jahr war die Nacht so lau. Ich sah die Blumen deines Bruders. Der Einzige, der sich noch an dich erinnern will.

Stunden saß ich dort und betrachtete den kalten Stein. Ohne Regung.

Da sind keine Tränen mehr übrig, die ich noch vergießen kann. Der Schmerz wirkt so irreal, doch schnürt er mir noch immer die Kehle zu. Du wirkst so irreal.

Wenn mein Herz nicht so schmerzen würde, wäre ich der Überzeugung, dass es dich niemals gegeben hätte.

Doch mein Herz schmerzt noch immer so sehr, wie am ersten Tag.

Bitte, erlöse mich.

Befreie mich ein letztes Mal von meinen Ketten.

Bis dahin werde ich warten bis zum letzten Tag. In der tiefen Hoffnung, dass wir beide uns wiedersehen und du auf mich wartest und ich dir erzählen kann, wie sehr du mir gefehlt hast.

Es zingt halt nur einmal im Leben.

One Step closer

Wenn es so sanft schneit.

Wenn der Winter in einem leichten Frühling mündet.

Wenn der Vollmond am Himmel steht.

Wenn der Wind mir in das Gesicht bläst.

Wenn ich den Sonnenaufgang betrachte.

Zu oft habe ich diese Briefe bereits begonnen. Zu oft habe ich sie nicht geschrieben, zu oft keinen Adressaten gefunden.

Die Zeit heilt keine Wunden. Im August sind es sieben Jahre. Sieben lange Jahre und in jedem dachte ich an dich, in jedem habe ich dich vermisst.

Atemu... Adam... hast du eine Ahnung davon wie sehr du mir fehlst? Vermisst du mich ebenso? Ich bete dafür, dass du einfach nur meine Zeilen liest. Du sollst wissen, dass es mir gut geht, dass ich die Chance nutze, die du mir gegeben hast, doch du hast einen Teil von mir mit dir genommen.

Stundenlang stand ich bereits an deinem Grab und dachte nach. Dachte an uns. Dachte an alles, dachte an jedes Wort, das du mir je gesagt hattest. Du hattest alles gewusst. Du hattest immer alles gewusst. 

Man bereut niemals Etwas, das man getan hat, sondern nur die Dinge, die man nie getan hat. 

Ich hätte für dich da sein müssen. Am Ende hätte es rein gar nichts geändert, aber ich würde es jetzt nicht bereuen so stur geblieben zu sein. Vielleicht hätte ich letzte Erinnerungen mit dir haben können oder vielleicht einen letzten Kuss, bei dem du ein letztes Mal gegen meine Lippen hauchst. Bei dem du ein letztes Mal mir danach in die Augen blickst.

Du fehlst mir so sehr. Mit dir ging ein Teil meiner Seele. Niemals werde ich mich ganz fühlen, solange du mir fehlst. Trotzdem bin ich glücklich und deswegen fühle ich mich so schuldig. Nach dem was ich getan habe, sollte ich nicht glücklich sein. 

Immer wieder rede ich mir ein, dass es dir gut geht, dass du noch lebst, aber der leblose kalte Stein, die harte Erde, sie machen mir klar, dass es da kein Leben mehr gibt. All unsere gemeinsame Zeit habe ich in meinen Erinnerungen immer wieder durchlebt. Regelmäßig rufe ich mir deine Stimme in Erinnerung, um sie nicht zu vergessen und wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich nicht mehr an den Klang erinner, dann höre ich mir die Kassette an.

Das Gefühl nur noch ein Schatten meiner selbst zu sein lässt mich nicht los. Ich habe so viel verloren, Nichts gewonnen. Die Erkenntnis, dass es keinen Sieg gibt, dass es nur den Kampf gibt, es ist so bitter. Und nun sitze ich hier, will glücklich sein, wandte allem den Rücken zu. Nur die Erinnerungen verfolgen mich wie ein Gespenst. Wie Ebenezer Scrooge und du bist mein Bob Cratchit. 

Nacht für Nacht träume ich davon, durchlebe alles und immer wieder kann ich alles rechtfertigen, jedoch nicht vor mir. Wie gern hätte ich die Chance nur einmal mit meinem jüngeren Ich zu sprechen, aber das ist Wunschdenken. Realismus quält mich, treibt mir meine Träume aus.

Vor einigen Tagen schneite es solch feinen Schnee, wie in der einen Nacht, als wir durch den Wald jagten. Ich spürte wieder, wie die Äste unter meinen Füßen knackten, wie mein Herz raste. Ich höre wieder deinen schweren Atem an meinem Ohr, höre mein Blut in den Ohren rauschen. Ich spürte für einen Moment wieder deine Wärme, spürte das Adrenalin. Doch noch bevor ich die Erinnerung festhalten konnte, war sie verschwunden. 

Die Kette, die im Jenseits auf mich wartet, muss so unendlich schwer sein. Die Kette, die du jetzt tragen musst, muss so unendlich schwer sein. 

Kurz nachdem du gegangen warst, traf ich deinen Bruder. Stumm standen wir nebeneinander, ehe er mich ansprach.

"Dich kenn ich doch?", fragte er mich mit diesen Augen, die mein Herz zerrissen. Stumm nickte ich. Stille. Mit den Worten "Er hat dich sehr geliebt", drehte er sich von mir und ging. Seit diesem Moment wirkt es, als würde ein unsichtbarer Pakt zwischen uns bestehen, uns nie wieder zu sehen. 

Das erste Mal in meinem verfuckten Leben scheint Alles gut zu laufen! Das erste Mal bin ich nicht nur für einen Moment glücklich. Dieses Mal mischt sich keiner ein. Und ich? Ich fühle mich schuldig, weil ICH es sein sollte! Ich habe es doch verdient dort zu liegen! Du warst so schlau, du warst so wunderbar und du hättest mehr Gutes getan, als ich es je tun könnte. 

Und wieder hallen deine Worte durch meine Gedanken! Wie oft hast du mir gesagt, ich sei kein schlechter Mensch? Wie oft hast du wiederholt, ich sei der bessere Mensch von uns Beiden?

Frust. Wie gerne ich jetzt Dinge kaputt machen würde! 

Das, was er nie brechen konnte, ist nun gebrochen, als ich sah, wie ein Sarg hinab gelassen wurde in ein dunkles, einsames Grab. Zusammen mit der Blume warf ich einen Teil von mir selbst zu dir, damit es dich begleiten konnte, egal wohin du gegangen bist.

Ich bin das erste Mal glücklich, so wie es ein gesunder Mensch sein sollte, doch brennt mein Herz unter den glühenden Ketten der Einsamkeit, die noch immer darum geschnürt sind. Den Schlüssel warf ich dir hinterher.

Wie sehr ich mir wünsche, dass Etwas passiert, damit ich dich wiedersehe. Nur einmal. Ich will wissen, ob alles noch so real ist, wie es mir heute vorkommt. Ich will wissen, ob deine Berührungen noch die Gleichen wären, deine Haut noch immer so heiß, doch gleichzeitig zieht die Schuld an mir. So etwas überhaupt zu wünschen, wo ich doch glücklich sein muss!

Adam, nachdem du fort warst, fühlte ich mich so leer. Eine ganze Woche verließ ich nicht das Bett. Noch viel länger sprach ich mit keinem und erst vor zwei Jahren brachte ich es fertig mein Schweigen über dich und mich zu brechen. Ich brachte es fertig das erste Mal mit Jemanden über meinen Schmerz zu sprechen. Jedoch war es wie ein Schuldeingeständnis und nun höre ich die Ketten klirren, die Schmiede heizen.

Der Grund, warum ich keine Angst vor dem Tod habe, ist:

Ich weiß, dass du auf mich wartest.

All diese Gedanken quälen mich, jeden einzelnen Tag und ich will sie abtöten. Ich will glücklich sein. Du bist nun nicht mehr hier und ich vermisse dich jeden einzelnen Tag, aber nach sieben Jahren habe ich gelernt, dass die Zeit keine Wunden heilt, aber irgendwann gewöhnt man sich an den Schmerz. Irgendwann wird die Wunde ein letztes Mal aufreißen und mich töten, doch bis dahin behalte ich dich in liebevoller Erinnerung und versuche glücklich zu sein, denn mein neuer Partner hat es verdient.

Bitte denk daran:

Wenn der Wind in den Blättern rauscht.

Wenn der August sich dem Ende zuneigt.

Wenn ich einsam bin.

Dann widme ich meine Gedanken dir.

I'm sorry

Plötzlich fange ich an mit einem Crash Kurs für Englisch und dann höre ich auch noch französischen Rap, lese ein englisches Buch, schreibe Deutsch auf der Arbeit (naja gut, oft genug müssen wir sogenannte Controlling Reports zusammenschustern, nur ich zum Glück noch nicht). Mein Leben scheint voll mit den verschiedensten Sprachen, die man alle drei natürlich fließend sprechen muss, ansonsten hat man ja verspielt. 

Nun lerne ich Buchhaltung und liebe Regierung... warum gehört das Frühstück eines Hotelaufenthalts, den man für den Betrieb brauchte (Meeting mit Klienten etc) zu den nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben, aber warum um Himmels willen, kann man Vorsteuer ziehen?! Das ist genau die gleiche Scheiße mit Babynahrung, auf das 19% Mehrwertsteuer ist und auf Hundefutter 7%. Was unsere Regierung einnehmen würde, wenn sie das tauschen würden! Ok, die ganzen Leute, die zu hause 7 Kinder rumsitzen haben, haben auch 5 Hunde, aber hallo? Babynahrung ist nur begrenzt nutzbar und deckt ein Grundbedürfniss! Abeeeeeer egal. Ist ja nicht so, dass Babies etwas eher zu essen brauchen, als wir erwachsenen, denn auf genießbare Nahrung ist 7% USt (außer Luxusgüter wie Schokolade, Alkohol, etc.). 

Ich spreche meine eigene Sprache? Merke ich auch irgendwie. Alleine gestern, als Josi zu Besuch war und wir Monopoly spielten, musste Sascha immer seine 200.000 Dollar, die er bekam, als er über Los ging, gleich wieder an Josi abdrücken, weil er auf ihrem Bahnhof landete.

"Das ist so was von ein 1370!" Wir beide lachen und er sitzt dazwischen und denkt sich: Okaaaay. Würde ich auch. Aber Ok, es ist auch nicht überlebenswichtig zu wissen, dass nach SKR04 das Konto 1370 die durchlaufenden Posten sind. Mein Betreuer nennt es liebevoll "Müllkonto". Nichtsdestotrotz. Mein Leben scheint schon wieder so voll mit so vielen Gefühlen und Gedanken, dass es mich ängstigt. Ich habe Angst davor wieder am Boden zu liegen. Angst davor wieder allein zu sein. Mir zu viel zuzutrauen und dann Sascha zu verlieren. Warum ich in so einer Situation unbedingt das Bedürfnis fühle ihr wieder zu schreiben, kapier ich auch nicht ganz. Vielleicht, weil ich jemand war, der alles schaffte, als ich mit ihr befreundet war, jemand der Kraft ohne Ende hatte. Danach sehne ich mich manchmal, aber ich bekomme es nicht wieder und das weiß ich auch. Meine Reserven sind verbraucht, ich werde Jahre brauchen um je wieder so viel kraft zusammenzubekommen. Es ist, als würden Jahrhunderte auf meinen Schultern lasten und nun wird mir es erst richtig klar. So viele Fragen, die mir durch den Kopf gehen, so viele Gedanken, so viele Verpflichtungen. Diese Sehnsucht, die mich fast zerreißt. Ich dachte die vergangenen zwei Jahre, dass die Sehnsucht nach dem Norden an Sascha läge, doch jetzt verstehe ich, dass es die Sehnsucht nach dem Meer ist. In Rom war es viel schlimmer, doch jetzt bin ich noch näher daran, als ich es in Berlin war und es zerreißt mich innerlich. Das Kreischen der Möwen und jeden Tag fahre ich am Hafen vorbei. Es ist, als würde man mir ein Messer durch mein Herz rammen. Wie sehr sehne ich mich danach endlich wieder meine Füße in den Sand zu graben, das kalte salzige Wasser zu spüren, diese Weiten zu sehen... .

Wie dem auch sei. Es ist derzeit nicht möglich. Meine Sehnsucht muss warten und da macht das Geschwafel von Sascha, ich solle meine Träume verwirklichen, das alles nicht unbedingt einfacher. 

Was sieht man wenn man mich anschaut?

Sieht man mir all den Schmerz, all die Einsamkeit noch an? 

Sieht man all die Sorgen, die ich mir mache? All die Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren und mich ganz besoffen machen?

Sieht man eine Veränderung an mir? 

Stecke ich in einer Identitätskrise? 

Wo ich hingehöre. das weiß ich mittlerweile... mein zu Hause ist dort, wo Sascha ist und nirgends anders.

Aber...

wer bin ich?

Schreibe ich ihr um ausschließen zu können, dass ich nicht mehr die Alte bin? Nie wieder die Alte sein kann? Und was passiert, wenn ich es wieder in mir entdecke? Wie wird meine Entscheidung aussehen? Was wird in mir siegen? Der Mensch oder das Monster?

Bilder

Nun arbeite ich schon einen Monat. Ein Monat, den ich nun schon aktiv in Hamburg lebe und noch immer fühle ich mich sehr fremd. Es fühlt sich nicht an, wie in Berlin, wo ich überall sein konnte, in jeder dunklen Ecke und doch war es mir immer sicherer, als wenn ich hier durch die dunklen Straßen stromer.

Zurück will ich nicht mehr, aber dieses Gefühl fortgelaufen zu sein, bleibt.

Wovor ich fortgelaufen? Es fing doch schon morgens an. Das ewige Gezetere, das ewige Gemecker, an meinem Verhalten, an meiner Sprache, an meiner Sitzhaltung, an mir. Niemals war ich genug. Insgesamt bin und bleibe ich ungenügend. Wohl für jeden. Mein Niemand hielt mich doch nur aus, weil er selber nicht viel war, nicht viel brauchte. 

Ich dachte, ich laufe der Einsamkeit weg. Nie wieder allein nachts im Bett liegen, gegen die Schatten kämpfen, doch jetzt liege ich alleine nachts wach. Neben mir liegt Sascha, der ruhig schläft und ich starre in die Dunkelheit und fühle mich so furchtbar zerissen. Zerissen zwischen zwei Welten, von der keine mehr zu mir gehört. Von beiden Seiten wird an mir gezogen, Hamburg stärker, als Berlin. 

Was hat mich so zerissen?

Die Erinnerungen, der Schmerz über die Zeit. Immer wieder dieses Etwas in mir, das nach Futter schreit. Diese Dunkelheit, die sich in mir ausbreitet und das so viel schneller, als jedes Licht, das ich jemals besaß. 

Die Bilder von vielen Ereignissen schwirren mir im Kopf herum und für so vieles schäme ich mich so sehr. Kann es selber nicht verstehen. 

Die Bilder lassen mich nicht los, so viele Rätsel, so viele Fragen, die noch immer eine Antwort erwarten, sie aber nie mehr erhalten. 

Die Bilder von dem ganzen Schmerz gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Schmerz, den ich dachte verdrängt zu haben.

Jetzt in meiner neuen Umgebung scheint es fast, dass ich die Wände mit all diesen Erinnerungen druchtränken will, um sie vergessen zu können. 

Sascha ist dabei die Halteschnur, derjenige, der mich zurück holt aus all diesen Träumen, Erinnerungen, zeigt mir, wo die Realität ist. Könnte ich es auch selber? Ich weiß es nicht. Am Liebsten würde ich weiter laufen. Noch viel weiter fort von den Problemen, den Bildern. 

Schaut mich an und sagt mir, dass ich kein Wrack sein soll.

Schaut mich an und lügt nicht dabei.

Optimisten

Es ist Freitagabend und ich sitze hier. 

Es ist mitten in der Nacht, ich bin zum Sterben müde, aber ich sitze hier.

Mir wird klar, wie einsam mein Leben ist und wohl immer sein wird. Mir wird klar wie scheiße eifersüchtig ich auf diese Menschen eigentlich bin, die eine Mama haben, der sie alle Fragen stellen können, die alles für sie tun würde und die immer für sie da ist. Ich hasse diese Menschen mit ihren perfekten Familien, die mein zerrüttetes Familienbild wie ein Scherbenhaufen aussehen lässt. 

Und gerade sitze ich mal wieder hier, hier vor meinem Rechner und wünschte mein Niemand würde mich in den Arm nehmen. Niemand kennt jede Lösung und Niemand kennt jedes richtige Wort. Ich bekomm das Kotzen und hasse mich so sehr selber für meine Gefühle, dass mir schlecht wird! Warum ich jetzt rumheule? Ganz einfach, wir haben es fast Mitternacht, ich habe diese Woche das erste Mal wieder seit langer Zeit gearbeitet (ein bisschen Überlänge war natü dabei) und das Richtige, was mein Freund empfindet ist diesen Penner herzuholen. Ach, es kotzt mich gerade alles an. Der Haushalt, er, das Lernen, mein Leben, meine Einstellung, mein Körper. Neue Menschen führen mir immer vor Augen, wie scheiße ich eigentlich bin und wie weit unten ich in der Nahrungskette stehe. Sie zeigen mir, wie zufrieden ich sein sollte mit dem was ich habe. Aber was ist, wenn ich das nicht bin? Ich will nicht nur Steuerfachangestellte lernen, ich will auch noch verkürzen. Ich will nicht nur mit meinem Freund zusammen wohnen, ich will auch Zeit mit ihm verbringen. Ich will nicht nur die Nummern meiner Freundinnen im Telefon haben, sondern sie auch anrufen. Ich weiß, total abstrus. 

Und im gleichen Atemzug weiß ich, dass selbst wenn ich alles hätte, was ich wollte, ich nie zufrieden sein könnte, weil das Leben nicht perfekt ist. Mein Ehrgeiz ist entflammt. Jetzt ist nur noch die Frage, ob er ebenso lange hält, wie für das Abitur und sogar noch länger. 

Wenn ich jetzt einen Wunsch frei hätte, dann wäre es der, dass Sascha abends mit mir zusammen ins Bett geht, damit ich seine Wärme spüre und das Gefühl bekomme, das sich, so glaube ich, Familie nennt....

 

Einsamkeit ist ein Gefühl, das man so leicht vergisst, aber mir viel zu klar vor die Seele tritt.

 

Und das Fazit des Ganzen? Es wird sich nichts ändern, es ändert sich nie was... man kann Menschen nicht ändern, nur die eigene Sicht auf die Dinge und mein jetziger Winkel sieht die Zukunft in pechschwarz, aber "Hey!", denk ich mir, "Vielleicht reagier ich ja über, weil ich nie Glück in dieser reinen Form, ungemindert, genossen habe?!" Gänzlicher Schwachsinn! Das was ich spüre ist das große Unheil am Horizont, das nur darauf wartet über mich hereinzubrechen und ihr Optimisten dieser Welt werdet sagen: "Das ist eine sich selbst erfüllende Prophezeihung!" Ja, sorry Leute, aber ich leb länger, weil ich mich jetzt schon vorbereite.

Optimisten sollten Schwimmen lernen.

Geistesblitz (Kurzabriss einer vll zukünftigen Geschichte)

Dunkel hallte der Klang der Glocke durch die Straßen. Wenig war zu hören auf dem Kopfsteinpflaster bis auf das nicht abreißende Plätschern der Regentropfen, die in tausende kleine Teilchen zersprangen und sich in kleinen Pfützen wiederfanden.

Fast lautlos ging eine Gestalt umher, die Kapuze weit in das Gesicht gezogen, die Hände fest in den Manteltaschen. 

Viele Fenster waren dunkel, nur wenige Gasthäuser schenkten um diese Zeit noch aus, doch die Gestalt ging ohne davon Kenntnis zu nehmen weiter bis sie rechts abbog. Eine Gasse ohne jeden Ausgang, ohne jede Möglichkeit weiterzugehen, doch mit einer Selbstverständlichkeit schob sie eine Tür zu ihrer linken auf, die in der Dunkelheit und dem dichter werdenden Regen gar nicht zu sehen war. Drinnen war die Luft heiß und stickig. Sobald die Tür wieder ins Schloß fiel, war nicht einmal der Regen zu hören, der zuvor doch jedes Wort verschluckt hätte. Nicht einmal die Tropfen, die aus der Kleidung der Gestalt auf den Boden trofen, waren zu hören. Da war nur eine endlose Dunkelheit, eine endlose, stickige Dunkelheit und ein Gefühl, als würde jeden Moment etwas passieren müssen, um diese bedrückende Atmosphäre zu durchbrechen.

Doch viel zu viele Herzschläge lang, blieb es still.

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